[Review] Silent Opera - Reflections

Musik Reviews und Filmberichte
Antworten
mcflemmig
Groupie
Groupie
Beiträge: 130
Registriert: 24.03.2006, 13:46
Kontaktdaten:

[Review] Silent Opera - Reflections

Beitrag von mcflemmig » 19.03.2014, 13:53

Silent Opera - Reflections

Label: Massacre Records - http://www.massacre-records.com
VÖ: 21.02.2014

Bild

01. Beyond The Gate Of A Deep Slumber
02. Nightmare Circus
03. Dorian
04. The Great Chessboard
05. Fight Or Drift
06. Dawn Of The Fool
07. Chronicles Of An Infinite Sadness
08. Inner Museum
09. Sailor, Siren And Bitterness

Spieldauer: 54:00 min

Femal-fronted Gothic-Melodic-Metal - eigentlich ein eher todgeglaubtes Genre, nachdem sich die Großen Zeiten von NIGHTWISH oder THEATREOFTRAGEDY doch langsam dem Ende nähern. Den Franzosen um SILENTOPERA ist das jedoch ziemlich Schnuppe und somit bringen sie hier ihren zweiten Langspieler "Reflections" via Massacre Records unter ihre, mittlerweile wohl greisenhafte, Hörerschaft. Jedoch sollte sich auch die Jugend unter den finsteren Musikliebhabern angesprochen fühlen, denn der hier gestartete Versuch, dunkel-düsteren MelodicMetal und epische Klangwände mit progressiven- und teilweise sogar modernen Metalcoreelementen zu verbinden, ist aller Ehren wert und bricht hier und da mit alten Genrekrusten.

Das gelingt wie beispielsweise in "Dorian" oder "The Great Chessboard" oder dem 10min Rausschmeisser "Sailor Siren and Bitterness" auch wirklich ganz gut, vor allem wenn sich wilde Doublebassraserein und hier und da sogar seichte Moshparts mit gekonnten Pianos und Streichern kunstvolle Battles liefern und anschließend in diversen Soligewittern münden. Diese Grundidee von Songstruktur zieht sich dann durch fast die gesamte Scheibe und weiß mit allerhand Raffinesse und kreativen Einfällen zu Punkten, weshalb man ihnen den Willen, einem Genre neues Leben einzuhauchen, definitiv nicht absprechen kann! Songs wie "Fight or Drift" oder auch "Inner Museum", mit seinem markanten (Männer)Gesang, versuchen dann weiter mit einer gewagten Kombination aus progressiven Metal(-core) und den üblichen Gothicelementen, von klimpernden Was-auch-immer-Instrumenten hin zu geflüsterten Botschaften, Neuland zu beschreiten und verstehen durchaus zu gefallen.

Leider muss man aber auch einräumen, dass mit Mademoiselle Laborde alles andere als eine Charakterstimmt besetzt wurde... und das ist nun wirklich elementar, vor allem wenn man sich musikalisch fühlbar in alten Gefilden bewegt. Mit ihr steht und fällt der Gesamtwert der Band, aber zu zärtlich und irgendwie viel zu gelangweilt kommt sie über die gesamte Dauer daher und nimmt dem ganzen Arrangement somit leider den Wind aus den Segeln... ganz im Gegensatz zu Herrn Schriver wohlgemerkt. Das was wir rein instrumental und vor allem im Drummingbereich geboten bekommen, ist im Gegensatz dazu feinste Qualität und versucht sich sehr ambitioniert im progressiven Metalbereich! Also: Freunde der härteren Gangart des gemässigt-dunklen Genres, die offen sind für neue Ideen, vor allem im Bereich Gitarre und Drumming (Synthies etc. bedienen weiter wie gewohnt all das was man von ihnen erwartet), diese sollten wahrlich nicht zögern SILENTOPERA eine Chance zu geben.

+ MelodicGoth-Metal mit düsteren Melodien trifft auf Metalcore - teils sehr gelungen!
+ super Drumming- und Gitarrenarbeit
- Frauengesang einfach zu wenig

Punkte: 07/10

Disco:
2010 - Act One
2014 - Reflection

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast