[Review] Bane - Don't Wait Up

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[Review] Bane - Don't Wait Up

Beitrag von Kingpin » 25.04.2014, 20:29

Bane - Don´t Wait Up

VÖ: 13.05.2014
Label: Equal Vision Records - http://www.equalvision.com/

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Tracklist
01. Non-Negotiable
02. All The Way Through
03. Calling Hours
04. Park St.
05. What Awaits Us Now
06. Hard to Find
07. Lost at Sea
08. Post Hoc
09. Wrong Planet
10. Final Backward Glance

Laufzeit: 30:59 min

Da ist es also, das letzte Album einer der wichtigsten, besten, authentischsten und aufrichtigsten Hardcore Punk-Bands unserer Zeit. Genau 20 Jahre, nachdem sich die Band als Gateway gründete und eher als Nebenprojekt von Converge-Gitarrist Aaron Dalbec zu sehen war, erscheint "Don´t Wait Up", das fünfte und wie erwähnt letzte Album von Bane. Und jenes hat es in sich: Es ist eine perfekte Symbiose aus leidenschaftlichem Hardcore, schluchtentiefen Emotionen, gänsehaut-produzierendem Momenten, einem immens starken Songwriting und eben dieser Ausstrahlung, die im Falle von Bane einfach ungeschönt ehrlich daherkommt. Es ist das beste Album, welches die Mannen um Aaron Bedard in ihrer Karriere herausgebracht haben - und das heißt was.

So sei das Wichtigste ist gesagt, aber die Details und Gründe dafür, dass "Don´t Wait Up" so ein Großwerk ist, sollen natürlich nicht unter den Tisch fallen. So fängt es zum Beispiel an, wie es besser nicht anfangen kann. Ein ungemein satter, energischer Sound kommt einem da entgegen, treibende Drums prügeln "Non-Negotiable" mit seinen rasierenden Gitarren nach vorne und spätestens mit der charakteristischen Stimme Bedards ist sofort dieses Gefühl da, wie es nur Bane erzeugen können. Man wird mitgerissen, man hört diesem Mann ganz genau zu, man will hören was er zu sagen hat, und man will sofort mit ihm auf der Bühne stehen und alle seine Lyrics in Welt hinausschreien. Möglichkeiten dafür wird es genug geben, es gibt Unmengen an Crew-Shouts und pathos-behafteten Solo-Vocal-Parts, wo ein jeder seine Textsicherheit heraufbeschwören kann. "All The Way Through" ist dann richtig straighter Hardcore mit einem grandiosem Riff, der innerhalb des Tracks weiter ausgebaut wird und zu jeder Sekunde wirklich jeden Kopf nicken lässt. Bane spielen genau ihren Sound weiter, aber die Band hat sich musikalisch noch einmal ein ganzes Stück weiterentwickelt und schreibt nun Songs, die nicht nur abwechslungsreiche Hits sind, sondern auch vollkommene Hardcore-Tracks. "Calling Hours" zum Beispiel beginnt mit einer wunderschönen Melodie und reibenden Saiten, ehe sich ein monströser Schwall auftut und wunderbar mitreißende Gitarrenwände und sich selbst malträtierende Beats die Hörenden packen und sie in einen Strudel werfen, der einfach nur berüht. Man merkt sofort, dass hier alles aus tiefstem Herzen vorgetragen wird und man sich keinerlei Gimmicks bedient, um etwas zu erschaffen, was nicht ist. Gegen Ende des Songs gibt es noch eine Fuhre Features, etwa von Pat Flynn von Have Heart, Walter Delgado von Rotting Out oder Reba Meyers von Code Orange Kids, die für Bane auch mal wieder ihre Singstimme auspackt. Bane zeigen Liebe an die Szene und bringen alle zusammen, eine Stärke, die ihnen in unserer Zeit fast alleinig zukommt.

Auch die weiteren Songs sind Perlen, melodischer Hardcore Punk, der viel mehr als das ist und verdammt tief in der Geschichte von Hardcore verankert ist, sowohl musikalisch als auch vom Mindset her. "Hard To Find" hat einen der schönsten Speedparts seit langem und ist generell einer der stärksten HC-Tracks, die ich je gehört habe, da musikalischer Anspruch und simple Aggressionsbewältigung erstklassig in Einklang gebracht werden; "What Awaits Us Now" ist dampfender Thrash mit fulminantem 2Step-Parts und saustarken Gangshouts; "Wrong Planet" ist ein packendes Stück Musik, welches von einem Schwermut getragen wird, der sich in jede Faser frisst, und "Final Backward Glance" ist der zu erwartende Menschenmeer-Jetztistallesegal-Track, der verschwitzte Leiber zu einem Ganzen zusammenwachsen lassen wird: "I carry you in my heart, you are my heart". Es gibt Lyrics über Liebe, Toleranz, Freundschaft, Schmerz, Angst, stets auch in den Kontext der Szene gesetzt und von Hardcore generell geprägt. Bane haben sich mit "Don´t Wait Up" unsterblich gemacht, wenn sie das nicht schon vorher waren. Sie sind einer der größten Hardcore-Bands aller Zeiten, und es ist so eine Freude zu sehen, dass ihr Abschiedsalbum so ein Meisterwerk geworden ist. Holt euch die Platte, liebt diese Band noch mehr als ihr es vorher getan habt, verbreitet die Kunde und geht auf die letzten Shows, um noch ein letztes Mal eben dieses Feeling zu haben, welches es nur bei Bane gibt. Welch grandiose Band, welch grandioses Album.

+ Just fuckin´ perfect

Punkte: 10/10

Discographie
2014 - Don´t Wait Up LP
2006 - Ten Years Plus EP
2005 - The Note LP
2001 - Give Blood LP
2000 - Split w/ Adamantium
1999 - It All Comes Down to This LP
1998 - Holding This Moment LP
1997 - Free to Think, Free to Be EP
1996 - Forked Tongue EP
1995 - Demo

https://www.facebook.com/banecentral

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