[Review] The August - Lizard King

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[Review] The August - Lizard King

Beitrag von Kingpin » 29.05.2014, 18:54

The August - Lizard King

VÖ: 23.05.2014
Label: Midsummer Records - http://www.midsummer-records.de/news.php

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Tracklist
01. Clockwork
02. Ebbing Well
03. Tiger
04. Dandelion
05. Lucid Dreams
06. Shelter
07. Astronomy
08. Lizard King
09. Alexithymia
10. 847

Laufzeit: 51:17 min.


Gestartet als Metalcore-Kappelle mit leichten Post Hardcore-Anleihen, haben sich The August in den letzten Jahren mehr und mehr in Richtung Post Rock und Ambient weiter entwickelt, was unter anderem auf einige Besetzungswechsel und einem generellen Interesse an neuen Soundwelten zurückzuführen ist. Mit "Lizard King" konnte die Band aus Aschaffenburg nun ihr Debüt aufnehmen, welches bei Midsummer Records für gehöriges Aufhorchen führte, woraufhin nun auch der Label-Deal schnell über die Bühne ging, was doch für hohe Erwartungen sorgt - und jene sollen nicht enttäuscht werden.

Immens sphärisch startet "Lizard King", es summt, es brummt, elektronische Versatzstücke wabern über die Fläche, poppige Melodien ertönen, ehe die Stille das Wort ergreift und sich gen Ende in wunderbar wohlwollende, ja beinahe eine Trance heraufbeschwörende Musik auflöst. Post Rockig geht es weiter, die Instrumente vereinen sich zu Gänsehaut fabrizierenden Gebilden, welche groß sind, und nun legen sich auch die erhabenen, dennoch zerbrechlichen Vocals darüber, klarer Gesang, leicht verträumt, dazu Echos, Chöre, hymnische Gitarren, ehe es losknallt und alles wieder zerbersten wird. "Lizard King" ist eine ungemein farbenfrohe Platte, die Band spielt quasi mit glasklaren Gefühlen und erzeugt Bilder von explodierenden Welten, von Liebe, Kraft, Energie und auch Pathos. The August geben sich nicht mit Halbgarem zufrieden, nein sie wollen alles, alles kaputtmachen, alles durchleben, alles wieder aufbauen, alles wieder zerstören. Und das machen sie großartig. Seien es die schier endlosen Instrumentalpassagen, die durch elektronische Elemente und andere Instrumente durchpflügt sind und immer wieder zu verzaubern wissen, seien es die ruppigen, die sprunghaften Momente, die eine ganz eigene Sorte von Energie darstellen, oder auch die poppigen Arrangements, die sich in die Hirnrinden fressen. Die dazugehörige Atmosphäre ist dicht, es gibt keine Sekunde, die nicht Teil von "Lizard King" ist, auch wenn der Platte gegen Ende ein wenig die Luft ausgeht. Die Dauerdröhnung aus doch hin und wieder überladenen Songs ist über die gesamte Spielzeit too much, manchmal wird man quasi aus dem Album herauskatapultiert und schafft den Weg nicht mehr zurück.

"Lizard King" ist somit kein Standardwerk, nix, was man so schon einmal gehört hat. Erinnert wird man an Bands wie Dredg, Cult Of Luna oder Archive, The August spielen jedoch in einer eigenen Welt, die zwar noch nicht perfekt ist, aber die schon immens zu beeindrucken weiß und die Hörenden ganz einfach verzaubert. Zwischen düsteren Momenten und Passagen, die die reine Schönheit erzeugen, durchlebt man ein intensives Stück Musik, das man so leicht nicht vergessen kann. Das Debüt der Band ist etwas Besonderes, daran ist kein Zweifel, und ich lasse mich gern wieder aufsaugen, von dieser anderen Welt, von der The August erzählen.

+ Atmosphärische Post Core-Scheibe
+ Toller Sound, schickes Artwork
- Mitunter zu überladen

08/10


Discographie
2014 - Lizard King LP
2010 - s/t EP

https://www.youtube.com/watch?v=Twc2qomFViU

https://www.facebook.com/theaugustofficial

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