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WE RIDE - DIRECTIONS

Eintragen am: 23.06.2011

Es gibt ja so Sachen, da scheiden sich die Geister... selbst im Hort der Toleranz (Hardcore). Dazu zählt mit hundertprozentiger Sicherheit die Tatsache, dass eine Band eine weibliche Shouterin hat. Zwar gibt es breit akzeptierte Vertreter, wie zum Beispiel die schier 365/24/7-tourenden All For Nothing, jedoch ist es meistens so: Entweder man mag es, oder man hasst es. Ich würde mich eher zu ersterem Kreis zählen und kann dem - sofern gut gemacht - Einiges abgewinnen. Mit We Ride aus dem EHEC-Nicht-Verursacher-Land Spanien ist das aber so eine Sache. Die durfte ich das letzte Jahr live erleben und das Ganze war... nun ja, nennen wir es mal ziemlich anstrengend, denn onstage kam der Gesang von Frontfrau Mimi doch arg penetrant und monoton rüber. Aber wer wären wir denn, wenn wir den Jungs und dem Mädel keine Chance geben würden, ob die Sache auf ihrer LP "Directions" besser aussieht. Obwohl, das ist ja immer so eine Sache beim Female Fronted, ich formuliere besser: ob's sich besser anhört.

Ausklingende Gitarren, Abgänge über die Toms, dann ein bisschen 2step - Yeah, so muss eine Hardcore-Scheibe anfangen... gähn! Okay, das Intro ist wirklich nicht die Revolution, ebenso wie das Intro zum zweiten Song "False Promises". Recht schnell wird klar, das Einen hier äußerst klischeetreuer oldschoolig angehauchter HC erwartet. Instrumentell zwar recht gut gemacht, lockt man meiner Meinung nach damit heute aber keinen mehr hinterm sprichwörtlichen Ofen hervor. Viel zu groß ist da die Zahl der Kollegen, die das Genre (teilweise schon seit Jahrzehnten) beackern. Wobei No Turning Back ja beispielsweise auch schon jahrelang immer wieder das selbe Album veröffentlichen, scheinbar ist der Markt dahingehend doch da. Naja, auch egal. Es sollte also jedem klar sein, was einen hier erwartet: viele ausklingende Gitarren, 2step und ab und an mal newschooliger anmutende Melodien. So kann es wirklich nur der weibliche Gesang sein, der "Directions" aus der Masse der Durchschnittlichkeit herausholt. Der ist zwar so ganz anders, aber leider beinhaltet diese Formulierung nicht nur Positives. Am Anfang ist das zugegebenermaßen schon fast niedlich, da man den Eindruck hat, das man hier ein Teenie-Mädel hört, das Bock hatte, Fronterin in 'ner lokalen Hardcore-Band zu werden - so ähnlich könnte es ja auch sein. Auf Dauer (und die Zeitspanne bis dahin ist doch arg kurz) nervt das Ganze aber gehörig, weil einfach viel zu eintönig. So fliegen die zwölf Songs gerade so an einem vorbei und man weiß spätestens nach dem dritten aufgrund der immer gleichen Strukturen auch schon nicht mehr, bei welchem man eigentlich ist. Nur gelegentliche Überraschungen gibt es, zum Einen positive wie das eher ruhige "Moments" , aber auch negative, wie der "Epilogue". Meine Güte, diese Rap-Features immer. Das ist irgendwie eine richtige Seuche geworden und da wird hier auch keine Ausnahme gemacht, trotz (oder gerade wegen) Female Fronted und diverse Male wechselnder Sprache.

Alles in allem ist "Directions" doch sehr durchwachsen. Instrumentell äußerst durchschnittlich geraten reißt hier auch der weibliche Gesang nichts mehr raus, sondern macht Vieles noch schlimmer. Die, die keinen Female Fronted Hardcore (gibt's dafür eigentlich auch die Abkürzung FFHC?) mögen, brauche ich an dieser Stelle ja sicher nicht mehr ansprechen - die waren nämlich schon nach der Einleitung wieder weg. Der Rest kann ja mal bei Myspace oder Facebook vorbeischneien und sich ein Bild machen. Meiner Meinung nach ist man aber mit All For Nothing oder den Locals von Bitter Verses bedeutend besser beraten.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 5 / 10 Punkte
GotB
Autor: GotBRegistriert: 22.08.2009 - Verfasste Artikel: 2.741 - Forenposts: 245 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 29:28 min

Label: Chorus Of One Records www.chorusofonerecords.it

Band: www.myspace.com

Tracklist:

01. Outbreak
02. False Promises
03. Nothing Binds Me
04. My Life, My Dreams
05. Party Girls
06. Time To Shine
07. Us Against The World
08. Moments
09. No Matter How Strong You Are
10. A Call To Revolution
11. Young Heart
12. Epilogue

Discografie:

2010 - Directions
2009 - Demo

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