Filmberichte

BAND OF BROTHERS - WIR WAREN WIE BRüDER

Eintragen am: 02.01.2011 | Genre: Kriegsfilm | Land: Großbritannien, USA, Schweiz | Jahr: 2000 | Spielzeit: 724 min | FSK: 18 Jahre

Das zehnteilige Weltkriegsdrama Band Of Brothers ist eine wahrhaft monumentale Leistung, eine TV-Serie, die die Kriegsfilme aus Hollywood vergleichsweise klein erscheinen lässt. Die Serie basiert auf dem Buch des Historikers Stephen Ambrose und begleitet die E-Company (genannt "Easy") der U.S. 101st Airborne Division von ihrer Grundausbildung über D-Day, quer durch Holland, Belgien, Deutschland und Österreich bis hin zum Ende des Kriegs.

 

Dieses Mega-Projekt ist wie erwähnt eine TV Serie die aus insgesamt 10 Episoden besteht und sich mit der Easy Kompanie auseinander setzt. Los geht es kurz nach der Einberufung, über das Ausbildungslager, bis hin zur Kriegsvorbereitung in England, sowie natürlich dem eigentlichen Einsatz in Carentan, Bastogne und dem Ende des Krieges. Neu dabei ist, dass nicht wieder die Stürmung von Omaha Beach behandelt wird, sondern sich die Geschichte um eine Fallschirmspringer Division dreht. In den über 700 Minuten nimmt man sich viel Zeit die einzelnen Charaktere richtig entwickeln zu lassen, Leute kommen und gehen und man bekommt einen leichten Eindruck wie es im zweiten Weltkrieg zugegangen sein muss.

BAND OF BROTHERS ist so eindringlich inszeniert worden, dass ich es selten schaffe nach einer Episode den Fernseher wieder auszumachen, meistens sind es 4 bis 5 Teile, oder der komplette Film am Stück. Da spielen die knapp 11 Stunden plötzlich keine Rolle mehr. Die Entwicklung der Geschichte ist so spannend und gerade im Kampf um Bastogne geht es ziemlich krass zu. Noch nie vorher hat man sich für einen Film zum Thema II. Weltkrieg soviel Zeit genommen und das merkt man BAND OF BROTHERS einfach an.

Jede Episode wird durch einen Überlebenden der Easy Kompanie und seinen Eindrücken und einer seiner Geschichten aus dieser Zeit eingeleitet. Das ist natürlich auch von Seiten der Amerikaner recht pathetisch umgesetzt worden und ich glaub irgendwie nicht, dass in Kriegszeiten nur alle anderen Soldaten schlimme Sachen gemacht haben (Vergewaltigungen, Morde an Zivilisten, Plünderungen) und die US-Army sich zurück gehalten hat. Zumindest beim Einsatz der Easy Kompanie kriegt man nämlich davon nichts mit. Trotz dieser subjektiven Zweifel, würde ich BAND OF BROTHERS fast schon als Zeitdokument einordnen.

Das Wort "Fan" im Kontext zum Grundthema ist sicher falsch gewählt, doch alle die mehr über den zweiten Weltkrieg wissen wollen und dabei auch genug Sitzfleisch haben, müssen sich BAND OF BROTHTERS ansehen. Dagegen wirken SOLDAT JAMES RYAN, PEARL HARBOR, FULL METAL JACKET oder WIR WAREN HELDEN wie Spielzeugproduktionen - denn es reicht nicht nur gute und realistische Effekte zu präsentieren, wenn man die Geschichte nicht so authentisch erzählen kann, wie in diesem Film-Epos.

 

Pro
  • bester Anti-Kriegsfilm den ich je gesehen habe
  • sehr ausführliche Darstellung der Zeitgeschehnisse
  • beeindruckender Realismus
  • basiert auf einer wahren Begebenheit
Kontra
  • ich glaube nicht das die US Soldaten im Krieg alle so Gentlemen waren, wie sie dargestellt werden aber das ist ein anderes Thema
Wertung: 10 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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