Filmberichte

F. I. S. T. - EIN MANN GEHT SEINEN WEG

Eintragen am: 02.01.2011 | Genre: Drama | Land: USA | Jahr: 1978 | Spielzeit: 125 min | FSK: 16 Jahre

Johnny Kovak, Sohn armer ungarischer Einwanderer, in den Slums von Cleveland aufgewachsen, will kein Handlanger bleiben. In den dreißiger Jahren ergreift er seine Chance, wirbt für die Fernfahrergewerkschaft und lässt sich auf dem Weg an deren Spitze mit Gangstern ein. Er löst Max Graham, der in die eigene Tasche wirtschaftete, als Boss der Union ab. Senator Andrew Madison sieht in Kovak nur den Freund von Gangstern und bringt ihn in den fünziger Jahren vor den Senatsauschuss gegen das organisierte Verbrechen. Johnnys Zeit geht zu Ende.

 

Irgendwo hab ich mal gelesen das dieser Film ordentlich gefloppt hat. Wobei sich mir da die Frage stellt, ob man von Sylvester Stallone nach ROCKY (2 Jahre zuvor) einfach etwas ganz anderes erwartet hatte. F.I.S.T. ist das Portrait eines Fabrikarbeiters der sich bis zum Gewerkschaftsführer hocharbeitet und immer wieder mit der knallharten Realität konfrontiert wird.

Eigentlich ist so ein Film nichts für Stallone, zwar hat er schon mit ROCKY eine Charakterrolle bewiesen, aber bei F.I.S.T. find ich es über weite Strecke etwas zu dümmlich gespielt. Das zeigt sich vorallem in den Ansprachen die er vor den Mitgliedern der Gewerkschaft hält. Es beweist aber auch wie der einfache Fabrikarbeiter, mit den richtigen Leuten im Rücken, etwas Großes erreichen kann. Das tröstet allerdings nur bedingt über die teils miesen Dialoge hinweg. Andererseits fällt mir kein Charakterdarsteller der damaligen Zeit ein, dem man diesen naiv-rauhbeinigen Fabrikarbeiter abnehmen würde, der sich auch für keine Schlägerei zu fein ist.

Was mir nicht gefallen hat waren die Zeitsprünge, die man im Grunde nur an den immer grauer werdenden Haaren der Protagnisten mitbekommen hat, ja ok, vielleicht am leicht veränderten Setting. Bis auf wenige Sequenzen ist somit der Aufstieg Johnny Kovak's wieder mehr erzählt, als gezeigt worden. Das finde ich etwas schade. Hätte ich mir ausführlicher gewünscht.

"F. I. S. T. - Ein Mann Geht Seinen Weg" ist trotzdem ein sehenswerter Film, der mir vorallem durch die 30/40er Jahre am Anfang sehr gefallen hat. Wie man die Darstellung Stallone's letztlich beurteilt ist jedem selbst überlassen, aber als Flop würde ich den Film nicht bezeichnen. Wer Portraitfilme mag, oder eben Filme aus der Zeit der Gangster und Mafioso, sollte ruhig mal reinschauen.

 

Pro
  • gut erzähltes Portrait eines Gewerkschaftsführers
  • lange Zeitspanne wird erzählt
  • vorallem die 30/40er Jahre schön eingefangen
Kontra
  • die zeitlichen Abläufe vergehen etwas zu schnell
  • Stallone ist eigentlich kein Charakterdarsteller, wirkt oft unbeholfen
Wertung: 7 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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