Filmberichte

HARRY UND SALLY

Eintragen am: 02.01.2011 | Genre: Komödie | Land: USA | Jahr: 1989 | Spielzeit: 90 min | FSK: 16 Jahre

Harry nervt Sally und Sally nervt Harry. Das war während ihrer gemeinsamen unfreiwilligen 18-Stunden-Fahrt nach New York so, und bleibt auch so fünf Jahre später, als sie sich zu-fällig im Flugzeug treffen. Weitere fünf Jahre später - beide im Beziehungsfrust - tritt das ungleiche Paar mehr aus Not den Gegenbeweis für Harrys Lieblingsthese an "Männer und Frauen können nie Freunde sein - der Sex kommt ihnen immer in die Quere." Und wie in jeder guten Komödie merken die beiden als allerletzte, dass sie im Grunde füreinander geschaffen sind. Rob Reiner zündete 1989 mit "Harry & Sally" ein Feuerwerk der pointierten Wortgefechte, die Screwball-Papst Billy Wilder zur Ehre gereicht hätten. "Ich will genau das, was sie hatte" - die Bestellung der betagten Dame nach Sallys vorgetäuschtem Orgasmus in "Katz' Diner" - gehört längst zu den meistzitierten Filmsätzen. Meg Ryan und Billy Crystal avancierten zum Traumpaar der neurotischen Beziehungskisten, das selbst nach 14 Jahren nichts an Frische einbüßt.

 

Zugegeben, anfangs hatte ich mich an Harry & Sally nicht wirklich rangetraut. Ich hatte eine schnulzige Liebeskomödie erwartet, doch nachdem Billy Crystal mich schon in CITY SLICKERS mit seiner ironisch-sarkastischen Art vollends überzeugen konnte, musste ich mir diesen Film nun doch geben. Und zurecht! Harry und Sally ist einfach genial, die Dialoge und der Sarkasmuss sind echt unerreicht, da sich beide Hauptprotagonisten auch nichts schenken und immer wieder in die Pfanne hauen. Allein die altbekannte Eßszene im Schnellrestaurant ist genial.

Den Film könnte ich mir echt ständig reinziehen, schon allein weil die coolen 80er und Anfang 90er Jahre perfekt eingefangen wurden, logisch bei dem Drehjahr. Die Story ansich ist sicher nicht gerade an den Haaren herbeigezogen ist und ein Happy End auch vorprogrammiert? Harry & Sally lebt von den vielen Zwischensequenzen, den Zeitsprüngen, den Dialogen und den vier Hauptdarstellern. Den Film hätte man mit diesen vier Leuten auch in einem einzigen Zimmer drehen können und er wäre dennoch ein Erfolg geworden.

Schon allein die Anfangssequenz an der Uni, wo sich Billy Crystal von seiner Freundin verabschiedet und dann die erste Grundsatzdiskussion mit Meg Ryan startet, macht diesen Film lohnenswert. Selten so gelacht, auch wenn am Ende ein bisschen vom Gas gegangen wird - egal!

 

Pro
  • Billy Crystal in Hochform
  • Toller 80er/90er Flair
  • unerreichte Dialoge
Kontra -
Wertung: 10 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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