Filmberichte

MACHETE

Eintragen am: 16.01.2011 | Genre: Roadmovie | Land: USA | Jahr: 2010 | Spielzeit: 105 min | FSK: 18 Jahre

Machete hat bereits alles verloren, denn der Drogenboss Torrez hat seine Familie getötet, weil er ihm als Ermittler der mexikanischen Bundespolizei fast auf die Spur gekommen wäre. Machete flieht nach Texas, wo er sofort erpresst und zu einem Mord gezwungen wird. Aber dieser "Auftrag" war eine Falle. Auf der Flucht vor Killern und der Einwanderungsbehörde, versucht er, die Verschwörung aufzudecken. Doch er bekommt von überraschender Seite Hilfe.

 

Zu diesem Film gibt es eine kleine Vorgeschichte, die vielleicht ganz interessant ist zu wissen. Regisseur Robert Rodriguez und sein nicht wesentlich unbekannterer Freund Quentin Tarantinos hatten 2006/2007 ein Film-Double-Feature, bestehend aus den Streifen "Death Proof" und "Planet Terror". Für beide Filme wurden im Vorfeld kurze Fake-Film-Trailer erstellt, so unter anderem "Machete", welcher bei "Planet Terror" Verwendung fand. Im Netz kann man dann verschiedene Geschichten lesen, warum MACHETE letztlich als eigener Film in den Kinos landete. Einerseits heißt es das es die "Filmcommunity" diesen Film im Grunde forderte, da der Trailer einschlug wie eine Bombe. Andererseits hatte Rodriguez wohl bereits in den 80er/90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts am Drehbuch für MACHETE geschrieben. Was der endgültige Grund war ist (mir) mittlerweile egal, der Film ist im Kino gelandet und bietet von der ersten Minute an herrliche 70er Jahre B-Movie Bilder, trashige Dialoge und stumpfe Gewalt. Dabei ist die Grundaussage des Streifens nicht mal so unbedeutend. Es geht um die Einwanderunsgesetze der USA, in diesem Fall fokusiert auf Arizona. Dort macht eine radikale Gruppe Jagd auf Einwanderer, die dann nicht ausgewiesen, sondern gleich erschossen werden. In diese "Fänge" kommt auch MACHETE nach einem Mißglückten Polizeieinsatz, bei dem er verletzt wird und später seinen Job verliert. Als Tagelöhner versucht er nun an der Grenze über die Runden zu kommen. Dort erhält er den Auftrag für 100.000 Dollar einen Politiker zu ermorden. Wie es weitergeht, kann man sich wohl denken.

Rodriguez mutet seinem Hauptdarsteller in Sachen Kommunikation leider nicht allzuviel zu. Ich glaub MACHETE spricht nur 1-2x mehr als zwei Sätze am Stück. Dafür gibt es Einzeiler die haften bleiben, wie zum Beispiel das breit bekannte "Machete verschickt keine SMS". Alles ist gesagt! Die Geschichte und der Rahmen wird dann halt eben vom restlichen Cast erläutert, der sich mit Steven Seagal, Robert DeNiro, Michelle Rodriguez und Jeff Fahey ebenfalls sehen lassen kann. Und natürlich darf in einem Robert Rodriguez kein Cheech Marin fehlen. Partygirl Lindsay Lohan spielt sich übrigens selbst, dafür musste sie offensichtlich nichtmal Text lernen.

Neben reichhaltiger Gewalt und kurzweiligen Dialogen gibt es vorallem jede Menge Klischee's und "oh mein Gott" Momente. Die FSK18 sind übrigens durchaus berechtigt. Ich staune immernoch das der offenbar trotzdem ungeschnitten in Deutschland (im Kino) lief. Der Film nimmt sich selbst auf die Schippe und ist im Grunde in jeder Sequenz übertrieben, egal ob Gewalt, Sex oder Story.

Viel erwartet hatte ich von MACHETE nicht, doch letztlich bin ich froh noch im Kino gewesen zu sein. Vorallem die immer wieder trashigen Bildwechsel und 70er Jahre Sequenzen (lässt sich etwas schwer beschreiben) haben mir gut gefallen. Story ist - auch wenn sie einen wichtigen Hintergrund hat - bei diesen Gewaltexzessen sowieso nebensächlich, weshalb man hier nicht das Augenmerk drauf legen sollte. Wer auf frühere Rodriguez Filme steht, allen voran "From Dusk Till Dawn", wird hier nicht enttäuscht.

 

Pro
  • Danny Trejo
  • einfach ein geiler Trash-Film
Kontra -
Wertung: 8 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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