Filmberichte

THE MECHANIC

Eintragen am: 19.11.2011 | Genre: Action | Land: USA | Jahr: 2011 | Spielzeit: 100 min | FSK: 18 Jahre

Arthur Bishop ist ein "Mechaniker". So nennt man speziell ausgebildete Auftragskiller mit strengem Verhaltenskodex, die ihre Arbeit kühl und distanziert versehen. Eigentlich ist er ein notorischer Einzelgänger. Dennoch nimmt er den Sohn seines einstigen Mentors Steve unter seine Fittiche und bringt ihm das Handwerk bei. Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein, denn Steve ist unbeherrscht, überheblich und unzuverlässig.

 

Puuhhh.... also Statham mal wieder als Mann für die ungewöhnlichen Jobs, ein Alleingänger, Killer Nr. 1 und natürlich auch ein Planungsgenie mit Hintertür in petto. Das hatten wir doch schon, oder? Transporter 1-3, Bankjob, The Expendables und natürlich die beiden Crank Filme. Und aktuell - aber bisher noch nicht gesehen - in Killer Elite im Kino.

THE MECHANIC ist ein typischer Statham Film der letzten Jahre. Man bekommt was man erwartet, viel Action, viele Headshots und ein hohes Tempo. Dabei würde ich mich gerade mal wieder über eine Rolle freuen, die man heute so nicht von ihm erwarten würde. Wie einst MEAN MACHINE oder SNATCH. Was bei solchen Actionfilmen auch immer in die Hose geht, wenn man versucht etwas Tiefgang in die Geschichte zu bringen. Klappt auch hier nicht. Es bleibt eine rasante Rache-Geschichte mit hohem Bodycount und immer wieder "witzig", wie die Bösewichter wie Lemminge ins Verderben geschickt werden. "Das waren meine besten Teams" - aha... Dialoge wie diese stehen wohl auch im Action-Knigge für Drehbuchautoren. Ben Foster als Weggefährte kommt hierbei auch nicht über seine Grenzen hinaus und agiert nach gewohntem Muster. Diesen Stil des vor Rache erfüllten Junkies bzw. Bad-Guy's hatte er schon bei HOSTAGE, ALPHA DOG oder im Wilden Westen bei TODESZUG NACH YUMA drauf. Das nutzt sich schnell ab.

Was ganz gut rüber kam waren die unerwarteten Splatter-Effekte und schnellen Schnitte innerhalb der Actionsequenzen. Das war wie aus einem Guss und wirkte flüssig, auch das der Film in den Grundtönen bräunlich gehalten wurde, hat mir gefallen. Sowas kennt man ja aus Streifen wie KOPFGELD oder DEPARTED, wo mit vielen Blautönen eine kühle Grundstimmung erzeugt werden soll.

THE MECHANIC folgt kontinuierlich dem roten Faden und bietet die gewohnte Abwechslung aus Dialog - Action - Dialog - Action - unnötiger Dialog - ... und so weiter. Das war mir eine Spur zu geradlinig. Ich hätte es interessant gefunden, wenn man die Planung eines Auftrags etwas beleuchtet hätte, anstatt nach der Umsetzung nur die Beweise in einem Ofen zu verbrennen. Wenn man zum Beispiel Filme wie RONIN oder HEAT nimmt, die im Grunde nur 1-2 größere Actionsequenzen haben und sich ansonsten mit der Planung beschäftigen, wirkt das Ganze einfach stimmiger. Aber ok, das war hier sicher nicht der Anspruch.

Trotzdem ist der Film nicht schlecht, man sollte nur einfach nicht zu viel erwarten. Solide Actionkost mit vertretbarem FSK18 Stempel. Ich hoffe das Statham nicht zu sehr auf dieser Filmschiene hängen bleibt, sonst ergeht es ihm wie Van Damme oder Lundgren etc. die sich davon nie lösen konnten.

 

Pro
  • unerwartete Splatter-Effekte
  • schnelle Action und Filmschnitte
Kontra
  • Statham wieder als Killer Nr. 1 - wie ungewöhnlich
  • klischeehafte Rache-Story
Wertung: 7 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
1.725x gelesen