Filmberichte

THOR 3D

Eintragen am: 29.04.2011 | Genre: Fantasy | Land: USA | Jahr: 2011 | Spielzeit: 114 min | FSK: 12 Jahre

Mit Leichtsinn und Arroganz hat Donnergott Thor den Frieden im Königreich Asgard zunichte gemacht, der zum krönenden Lebenswerk seines Göttervaters, des mächtigen Odin werden sollte. Der zornige Patriarch beraubt den irrlichternden Sohn seiner Kräfte und verbannt ihn auf die Erde, um ihm eine Lektion in Demut zu erteilen. Das wäre alles halb so wild, hätte der verschlagene Chaosgott Loki nicht gerade auf diese Chance gewartet. Nun muss Thor seinem irrsinnigen Bruder die Stirn bieten, die Erde retten und den Frieden in Asgard wieder herstellen...

 

Zugegeben, da ich die MARVEL Comics zu THOR - die ja die Grundlage für den Film bilden sollten - nicht kenne, bin ich völlig ohne Erwartungen ins Kino gegangen und wollte mich einfach mal von Effekten in 3D berieseln lassen. Erstaunlicherweise schafft das THOR in der ersten halben Stunde auch wunderbar. Die Geschichte wird imposant erzählt über den Krieg Odin's und den Frostriesen, der die Macht des Göttervater aufzeigt und das Reich Asgard den Frieden bringt. Odin nimmt während dieser Auseinandersetzung ein Relikt der Eisriesen ansich, was deren Kraft darstellt. Jahre später ist Odin's Sohn THOR ein ruhmreicher Krieger geworden und soll nun den Platz auf dem Thron einnehmen. Als bei der Ernennungszeremonie plötzlich der Diebstahl des Reliktes durch die Eisriesen vereitelt wird, ist Thor ausser sich vor Wut und will mit seinen Getreuen in die Eiswelt Jötunheim reisen, um die Eisriesen zu vernichten. Dieses Unterfangen scheitert. Da Odin diesen Angriff seinem Sohn ausdrücklich untersagt hatte, straft er Thor für seine Missachtung ab und verbannt ihn auf die Erde wo er das Leben eines sterblichen leben muss. Den Hammer schmeißt Odin geistesgegenwärtig gleich noch mit auf die Erde, was im späteren Handlungsverlauf die US-Regierung auf den Plan bringt. Letztere, vertreten durch das S.H.I.E.L.D. Einsatzkommando, agieren gewohnt hölzern und einseitg, naja. Und wie es sich schließlich gehört, gibt es Intrigien, Verluste, Dramen und Aufopferungen. Aber ok, dass passt auch ganz gut in die Mythologie.

Während man es bisher bei DC Comicverfilmungen eigentlich immer geschafft hat, dass Niveau weit oben zu halten - ich verweise hier mal auf BATMAN, THE DARK KNIGHT, WATCHMEN oder V wie Vendetta - schaffen es die MARVEL Filme oft nicht, mich vom Hocker zu reißen. IRON MAN und X-MEN mal aussen vor gelassen. Immer wieder verlaufen sich die Charaktere in den gleichen Handlungssträngen, wird man am Anfang noch mitgerissen, so langweilt man sich zur Mitte des Films mit einer banalen Liebesgeschichte oder den oft schlechten Versuchen etwas Tiefe in die Handlung zu bringen und am Ende wird man in ein vergleichsweise laues Finale entlassen. Bei Filmen wie THOR will ich ehrlich gesagt einfach nur zwei Stunden lang Effekte sehen während die Götter ihre Machtverhältnisse klar stellen und mich von einem eher seltenen Filmthema begeistern lassen. Stattdessen schlägt der Filme genau in die oben erwähnte Kerbe. Während am Anfang noch aus allen Rohren geschossen wird und in 3D ein wahres Farb- und Effektgewitter auf den Zuschauer hereinbricht, flacht der Film mit THOR's Verbannung auf die Erde ab und verliert sich in teilweise abstrusen Dialogen. Als dann noch THOR's Garde zur Rettung auf die Erde folgt, verkommt der Spass zu einem Ritterklamauk, der mich an "Die Besucher" (The Visitors) erinnerte - allerdings ohne Humor.

THOR ist ein solider Film mit einem furiosen Start, den man in dieser Art hätte fortführen sollen. Wenn das Drehbuch allerdings nicht mehr hergibt, können Schauspieler wie Natalie Portman, Stellan Skarsgård oder Anthony Hopkins auch nichts mehr reißen. Also eher die Erwartungen etwas runter schrauben.

 

Pro
  • tolle 3D-Effekte
  • die Sequenzen auf Asgard haben mehr optische Wirkung und Ausdruck als die Ereignisse auf der Erde
  • rasanter Start
Kontra
  • typischer Handlungsverlauf
  • Film flacht nach und nach ab
  • Endkampf weniger beeindruckend als erwartet
Wertung: 7 / 10 Punkte
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