Filmberichte

TRUE GRIT

Eintragen am: 02.03.2011 | Genre: Western | Land: USA | Jahr: 2010 | Spielzeit: 118 min | FSK: 12 Jahre

Die 14-jährige Mattie Ross ist fest entschlossen, den kaltblütigen Mord an ihrem Vater nicht ungesühnt zu lassen. Da die Behörden ihr nicht helfen, will sie den feigen Mörder Tom Chaney mit eigenen Mitteln seiner gerechten Strafe zuführen. Für 100 Dollar engagiert sie den trunksüchtigen und raubeinigen U.S. Marshall Rooster Cogburn, der es mit dem Gesetz selbst alles andere als genau nimmt. Widerwillig lässt er sich von Mattie überreden, sie auf die Jagd nach Chaney mit zu nehmen - quer durch die gesetzlosen Weiten der Prärie. Doch sie sind nicht allein, denn auch Texas Ranger LaBoeuf will den Flüchtigen stellen, um eine Kopfprämie zu kassieren, die auf Chaney wegen eines weiteren Mordes ausgesetzt ist. Unfreiwillig ziehen sie zu dritt weiter und schon bald kommt Mattie dem Mörder ihres Vaters gefährlich nah...

 

TRUE GRIT ist eine Neuauflage des 1969er Kinowesterns "Der Marshal" mit John Wayne. Dem Stoff haben sich diesmal die Coen Brüder angenommen, die mit Filmen wie "The Big Lewbowsky", "Fargo" oder auch "Millers Crossing" - ja man kann schon sagen - Meilensteine erschaffen haben.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt. Ein junges Mädchen will den Mörder ihres Vaters fassen. Dieser wurde von einem betrunkenen Bandit nach einem Streit erschossen wurde. Die kluge und forsche Mattie Ross schreckt bei diesem Unterfangen nicht davor zurück, sich allein auf die Suche nach einem Kopfgeldjäger zu machen, der ihr bei dieser Aufgabe hilft. Die Wahl fällt zunächst auf den Marshall Roster Cogburn, der durch seine rauhe und im Grunde völlig teilnahmslose Art der Richtige zu sein scheint. Wieviel Menschen er getötet hat und ob aus Notwehr oder mit Absicht, dass wisse er schon garnicht mehr. Letztlich geht ihm der Ruf als Trunkenbold seinem Rang als US Marshall voraus. Ungeplant gesellt sich zu diesem Duo noch ein US Texas Ranger, der ebenfalls auf der Suche nach Tom Chaney, dem Mörder von Mattie's Vater, ist. Und so wird in weitläufigen Bildern und mit gewohnt viel schwarzem Humor die Geschichte ihrer Mission erzählt. Die Coen Brüder schaffen es erneut in einem dialogreichen Film den Zuschauer bei Laune zu halten, und wenn dann doch mal eine Sequenz in Belanglosigkeit abzudriften scheint, werden völlig unerwartete ShootOuts oder Gags aufgetischt und man ist wieder bei der Sache. Das kennt man gut aus "Fargo" oder "No Country For Old Men". Nun möchte man meinen, dass es langweilig ist, immer den gleichen Stil vorgesetzt zu bekommen, doch eigentlich ist es ja genaus das, was diese Filme ausmacht. Das Western Setting ist zudem frisch und in den letzten Jahren ziemlich in Vergessenheit geraten.

Das eigentliche Highlight des Film ist Jeff Brigdes. Ethan und Joel Coen haben es tatsächlich geschafft, den "Dude in den wilden Westen" zu verlagern. Wie einst im "Big Lewbowsky" glänzt Bridges hier als trinkender und teils recht planloser US Marshall, der, wenn es darauf ankommt, aber auch ordentlich aus dem Vollen schöpfen kann. Aber auch Jungschauspielerin Hailee Steinfeld (Mattie Ross) kann vollends überzeugen. Sie ist eine kleine "Klugscheißerin" die mit ihren frechen Sprüchen überall aneckt und trotzdem das bekommt, was sie will. Und wenn es mal nicht klappt, droht sie mit ihrem Anwalt, haha.

TRUE GRIT ist ein toller Film in der Zeit des Wilden Westens, der durch die Dialoge und einen - meiner Meinung nach - grandiosen Jeff Bridges und sehr guten Matt Damon überzeugen kann. Wer mehr auf actionlastigere Filme steht, wird hier dagegen eher enttäuscht werden. Da kann ich eher TODESZUG NACH YUMA, YOUNG GUNS oder OPEN RANGE empfehlen. Für Fans der Coen Filme dagegen ist TRUE GRIT ein absolutes Muss, denn es gibt gewohnte Kost, eben nur mal in einem anderen Setting.

 

Pro
  • typischer Coen
  • Jeff Bridges in einer Paraderolle
Kontra
  • kein Action Western
Wertung: 9 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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