SIEBEN ZOLL MUSIK Kolumne

WORLDS COLLIDE - SELFTITLED 7INCH

... die ich vor zwei Wochen über eine Facebook-Connection gekauft habe. Schuld an meiner Begeisterung für diese (objektiv betrachtet eher mittelmäßige) metallische Hardcore-Band aus Washington D.C. war Lost & Found Recs. - ein Mailorder/Label-Unternehmen, das Anfang/Mitte der 90er musikhungrige Provinzkids wie mich mit HC-Platten versorgte, sich mittlerweile aber zu einer Art Titus-Resterampe entwickelt hat. Die von besagtem Label veröffentlichte "Pain is temporary" CD von Worlds Collide lief bei mir über Monate auf heavy rotation. Wenn ich mir heute, gute 15 Jahre später, die zwei Songs "Object of desire" und "Absolute" auf dieser Single anhöre, weiß ich auch wieder genau, warum das so war. Worlds Collide haben rockig-groovenden Hardcore mit Metalgitarren und komplexen Strukturen gespielt, der recht einzigartig zu dieser Zeit war. Man hört problemlos den Einfluss von progressiveren Bands dieser Epoche wie Quicksand und Helmet heraus, merkt der Band aber auch die Nähe zu klassischen HC-Combos wie Judge oder Cro-Mags an. Besonders bemerkenswert fand ich immer, dass Worlds Collide keinerlei Prollfaktor aufwiesen und sich stets durch smarte Texte auszeichneten.

Label: Victory Records
Extras: Ein fieser Sprung auf der zweiten Seite versaut mir den Refrain!
Note: Als eine der ersten Band von Ken Olden für 90ies-Enthusiasten zweifelsohne anschaffenswert
Dass der Gitarrist von Worlds Collide - der umtriebige Kenneth Olden - später einige der bedeutendsten Hardcore-Bands der Neunziger aus der Taufe gehoben hat, dürfte wohl allseits bekannt sein. Unter anderem war er Initiator von Battery, Damnation AD, Better Than A Thousand und When Tigers Fight. In letzter Zeit ist er als Aushilfe bei Reunion-Shows von Shelter und Youth of Today in Erscheinung getreten. Es gibt auch ein paar Songs seines Straight-Edge-Hip-Hop-Projekts Fort Knox im Netz, das es glücklicherweise nie zu einem regulären Release gebracht hat.

Worlds Collide sind sicherlich nie eine Highlight-Band unter den Hardcore-Combos der Neunziger gewesen, waren für mich persönlich aber ein wichtiger Teil meiner Musiksozialisation ... und darum geht's ja hier irgendwie auch, hähä.
OFF-TOPIC: Ich konnte mir dank Gästelistenplatz die Foo Fighters in Berlin ansehen und habe dabei drei wichtige Dinge gelernt:
  • 1. Bei Konzerten mit 17.000 Zuschauern sind mindestens 16.500 Leute zu viel vor Ort.
  • 2. Foo Fighters sind eine Hammerband.
  • 3. Dauerquarzende Pferdeschwanzträger mit Lederjuppen und dämlichen Dorfschnitten im Schlepptau, die die Vorband auspfeifen, weil die nicht "halb so geil wie die hypergenialen System of a Down vor drei Tagen sind" gehören am Einlass aussortiert und auf Lebenszeit weggesperrt.

 

Bilder/Credits:

xschmelzerx
Autor: xschmelzerxRegistriert: 19.11.2010 - Verfasste Artikel: 70 - Forenposts: 63 - Alle Artikel anzeigen
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