Reviews

AUGUST BURNS RED - RESCUE & RESTORE

Eintragen am: 08.07.2013

Das Jahr 2011: AUGUST BURNS RED legen mit "Leveler" eine Genrereferenz vor, die sich gewaschen hat. Man ist verspielter, progressiver und hat Mariachi-Parts im Gepäck: was sollte man sich als Musikredakteur da mehr wünschen? Im kommenden Jahr folgt zur beginnenden Vorweihnachtszeit "August Burns Red Presents: Sleddin‘ Hil, A Holiday Album", das das Faible der US-Amerikaner für die Metallisierung von Weihnachtssongs kanalisiert und alleine für den augenzwinkernden Retro-Plattentitel in den Bestand aufgenommen wurde. Wie will man da jetzt anschließen, wenn im Jahr 2013 mit "Rescue & Restore" das nächste reguläre Studioalbum ansteht?

Diese Frage beantwortet sich schnell: so wie immer. AUGUST BURNS RED beginnen abermals ohne große Vorworte und "Provision" knallt einem nach kurz einklingenden Gitarren direkt den ersten Moshpart vor die Füße. Und setzen mit den altbekannten Schema fort: übertrieben mitreißendes Riffing, kraftvoller Gesang und Matt Greiners Drumming, mit welchem er wie kaum ein Genrekollege einer Band seinen Stempel aufdrückt.

Insgesamt legen AUGUST BURNS RED auf "Rescue & Restore" tatsächlich den Fokus wieder stärker auf die "Constellations" - Ära, möchte ich meinen. Die groben Strukturen der Songs sind weit weniger ausladend und progressiv geprägt, als auf "Leveler". Dennoch sind sie aber vorhanden, seien es nicht enden mögende Soli ("Treatment") oder die immer wieder eingesetzten Cleanparts.

Sei es als bewusster Bruch bei "Animals", welches abermals mit einem kleinen Potpourri der Weltmusik von Mexiko nach Ägypten gesegnet ist, oder als Intro, wie bei "Spirit breaker". Letzeren Track kannte man ja bereits vor Veröffentlichung und mir persönlich gefällt es sehr, wie ähnlich des aktuellen PARKWAY DRIVE - Monsters "Atlas" wieder mehr Mut zu teils orchestraler Instrumentierung bewiesen wird.

Eigentlich will und soll ich keine so langen Reviews mehr schreiben. Das fällt mir hier aber wirklich schwer, viel zu vielschichtig und bewegend sind die Eindrücke, die einen auf "Rescue & Restore" überkommen. "Creative captivity" hält, was der Name verspricht und verliert sich in seinem mit spärlichen Streichern versehenen Mittelteil fast schon, bevor die in Sättigung verzerrenden Röhren des Gitarrenverstärkers einen wieder zurückholen. "Count it all as lost" ist so bullig und klassisch, dass es durchaus auch auf der "Messengers" hätte Platz finden können und "Beauty in tragedy" überzeugt durch die perfekte Paarung von Musik und den beinahe sentimentalen Lyrics.

Ihr merkt: ich möchte hier jeden Song aufzählen. Anstatt dessen sage ich nur: kauft euch dieses verdammte Album!

Ich weiß nicht, wie AUGUST BURNS RED es schaffen, immer wieder ein neues Ass aus dem Ärmel zu zaubern. Einen gewissen "Rückschritt" in Richtung der "Constellations" habe ich mir gewünscht, weil ich gelinde gesagt etwas den Verlust der Rohheit befürchtete. Bekommen habe ich ganz persönlich die perfekte Symbiose aus den beiden Vorgängeralben. Und auch wenn ich mich da immer etwas sträube: Ich sehe hier gar nicht ein, eine andere als abermals die Höchstwertung zu vergeben. Wahnsinn!

 

Pro
  • altbekannte ABR-Trademarks
  • perfekte Mischung aus progressiven Elementen und Härte
  • instrumentale Umsetzung, die ihresgleichen sucht
Kontra
-
Wertung: 10 / 10 Punkte
GotB
Autor: GotBRegistriert: 22.08.2009 - Verfasste Artikel: 2.741 - Forenposts: 245 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 25.06.2013

Spielzeit: 48:07 min

Label: Solid State Records www.solidstaterecords.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Provision
02. Treatment
03. Spirit Breaker
04. Count It All As Lost
05. Sincerity
06. Creative Captivity
07. Fault Line
08. Beauty In Tragedy
09. Animals
10. Echoes
11. The First Step

Discografie:

2013 - Rescue & Restore
2011 - Leveler
2009 - Constellations
2007 - Messengers
2005 - Thrill Seeker
2004 - Looks Fragile After All Ep