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CALIBAN - GHOST EMPIRE

Eintragen am: 27.01.2014

Das Metalcore Gespann CALIBAN veröffentlichte vor wenigen Tagen ihren jüngsten Ableger "Ghost Empire" und mit etwas Verspätung klappt es dann auch bei uns die musikalischen Eindrücke in Worte zu fassen. Bereits seit Dezember des letzten Jahres rödelte die Scheibe in meinem Player, ein Album auf das ich mich seit langem mal wieder richtig gefreut habe. Ich weiß noch als die Bemusterung eintrudelte und die ersten Töne von "King" ertönten, wow! Das hat Eindruck hinterlassen. Ich mag Songs die sich nicht lang bitten lassen, sondern gleich auf die 12 hauen! Dazu gibt es im Refrain einen sehr schicken Crew-Gesang. Dieser positive Eindruck zieht sich über "Chaos -Creation" und "Wolves And Rats" fort. Die Songs sind wunderbar bespickt mit Abwechslung, die integrierten Samples wirken perfekt abgestimmt und ich bleibe weitestgehend vom bekannt schlechten cleanen Gesang verschont. Gerade "Wolves And Rats" wirkt teilweise massiv episch! Geil! So kann es weitergehen! Macht es aber leider nicht.

Um was geht es denn thematisch auf "Ghost Empire"? Fronter Andreas Dörner kommentierte wie folg: "Die Texte sind eine Mischung aus fiktiven Geschichten mit teilweise realem und/oder persönlichem Hintergrund. Auf der einen Seite geht es um menschliche Abgründe, Leere und Versagen, auf der anderen Seite aber auch um Zusammenhalt und Aufbruch." Ja... im Grunde halt wie häufig auf einer Hardcore / Metalcore Scheibe.

Die erste Niete auf "Ghost Empire" ist in meinen Augen der Song Nummer 4: "nebeL". Der deutsche Gesang gefällt mir garnicht. Wenn sich dann auch noch das Gejaule vom CALLEJON Sänger einmischt ist bei mir der Ofen aus. Keine Ahnung welcher Freundschaftsdeal die Band da geritten hat, aber das klingt einfach Scheiße. Verhagelt mir total den Song.

Mit "I Am Ghost" werden mir dann auch gleich wieder die Ohren ausgewaschen. Schöne brachiale Nummer, die sich in der Mitte eine kleine Auszeit gönnt und dem Song so Tiefe verleiht. Ab "Devil's Night" schleicht sich dann etwas die Monotonie ein. Das Niveau ist dennoch sehr hoch, aber die basslastigen Passagen häufen sich in gleicher Montur, zudem nervt wieder der cleane Gesang. Ich versteh nicht wieso die Band daran so festhält? Denis (Gitarrist) kann es einfach nicht. Das wird ihm auch schon seit Jahren nachgesagt und dennoch versauen sich CALIBAN mit dem Geleier die Stücke. Sie sollen die härte Gangart fahren, die sie auch merklich besser beherrschen. Ich mein, ich muss nicht mal auf einer Show sein um zu wissen, dass das live mistig klingt, hahah....

Weiter geht es mit "yOUR Song". Die Nummer ist eine herrliche Crew-Vocal Angelegenheit und klingt super stimmig. "Cries And Whispers" hat seine guten Parts, hat mir aber auch wieder zuviel von diesem unsäglichen cleanen Gesang intus. Ich komm darauf nicht klar. Bei "God Man" und "I Am Rebellion" wird's dann etwas experimentierfreudig. Ruhige Passagen, cleane Vocals, teils gewohnte Blastparts... kann man schon mal bringen, unterscheidet sich meiner Meinung nach aber schon mehr von den vorherigen Songs der Scheibe. Vielleicht hätte man die Tracklist auch etwas anders mischen sollen, damit die Stücke besser zur Geltung kommen. Mit "My Vertigo" gibt es am Ende einen irgendwie auf Mainstream getrimmten Song, arg rund und wieder mit cleanen Vocals im Refrain. Naja... der Bonustrack am Ende, "Falling Downwards" steht dem leider in nichts nach.

"Ghost Empire" hat viele gute Passagen und ist nach "I Am Nemesis" wieder eines der besseren Werke von CALIBAN. Weder die "Coverfield EP" noch "Say Hello To Tragedy" konnten mich damals überzeugen. Ich würde mir wünschen, dass sich die Band beim nächsten Release auf ihre Stärken konzentriert und weniger Songs nach Schema schreibt. Vor allem endlich auf diesen cleanen Gesang verzichten oder einen anderen Typen dafür verpflichten. Wir verhagelt das Gejole ordentlich die Stimmung und deshalb kann ich auch nur 8 Punkte vergeben.

 

Pro
  • überwiegend gute Songs
  • Produktion
  • einige Hits dabei
Kontra
  • lasst endlich den cleanen Gesang weg! furchtbar!
  • ab etwa dem 8. Song wirds etwas monoton
Wertung: 8 / 10 Punkte
niffi
Autor: niffiRegistriert: 11.02.2003 - Verfasste Artikel: 19.173 - Forenposts: 12.032 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 24.01.2014

Spielzeit: 48:10 min

Label: Century Media Records www.centurymedia.de

Band: www.caliban.com

Tracklist:

01. King
02. Chaos - Creation
03. Wolves And Rats
04. Nebel (feat. Bastibasti / Callejon)
05. I Am Ghost
06. Devil's Night
07. Your Song
08. Cries And Whispers
09. Good Man
10. I Am Rebellion
11. Who We Are
13. Falling Downwards (bonus)

Discografie:

2012 - I Am Nemesis
2011 - Coverfield Ep
2009 - Say Hello To Tragedy
2007 - The Awakening
2006 - The Undying Darkness
2005 - The Split Program 2 (caliban Vs. Heaven Shall Burn)
2004 - The Opposite From Within
2003 - Shadow Hearts
2001 - Vent
2000 - The Split Program (caliban Vs. Heaven Shall Burn)
1999 - A Small Boy And A Grey Heaven
1998 - Caliban

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