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HELL & BACK - DONT TELL ME WHAT I CANT DO

Eintragen am: 29.08.2012

Bereits Ende des Jahres 2011 erschien die erste EP der Band Hell & Back, welche sich 2010 gegründet hat, als Tape. Vor einiger Zeit erschien das schöne Stück Musik "Don´t Tell Me What I Can´t Do" dann auch als schicke 7". Die vier Mitglieder haben dabei schon verschiedentlich Erfahrungen in der süddeutschen Hardcore-Szene sammeln können und spielten zum Teil bei Bands wie Comecloser, More Than Ever oder Chaos Is Me, haben sich aber mit ihrer neuen Kapelle dem melodischen Punkrock verschrieben. Als Ergebnis gibt es großartig treibende und mitreißende Musik, die sich unglaublich schnell in das Herz der Hörenden spielt.

Wunderbar kraftvoll startet die EP der Stuttgarter Band dann auch und versprüht mit ihrem temporeichen Punkrock sofort eine energiegeladene Stimmung. Besonders der Frontmann hat ein sehr charismatisches Organ und schafft es, zwischen höheren Tönen und kratzigem Gesang zu wechseln und die Lyrics melodisch wiederzugeben. Dazu gibt es wirklich hervorstechende Arbeit am Schlagzeug sowie am Sechssaiter. Und auch beim Songwriting haben sich die Stuttgart Mühe gegeben und präsentieren abwechslungsreichen Punkrock, der glücklicherweise viel auf Speed und härtere Passagen setzt, dabei aber auch ruhigen Momenten und ansprechenden Melodien genügend Raum lässt.

Der Sound von Hell & Back erinnert dabei an eine wunderbare Mischung aus Good Riddance´s "For God And Country", 88 Fingers Louie´s "Behind Bars" und Lifetime´s "Hello Bastards". Lyrisch befasst sich die EP mit der Ignoranz der Erdenbürger und den Folgen unseres weitreichenden Handelns. Die gesunde Mischung aus Realismus, welcher unter anderem von einer sympathischen Hoffnungslosigkeit geprägt ist, und dem nicht verschwinden wollenden Gefühl, dass diese Welt irgendwie dumpf gegen die Wand rennt, lässt die Texte in einem authentischen Licht erscheinen, was natürlich auch durch die leidenschaftlich vorgetragene Musik unterstrichen wird. Und jene schafft es schon nach wenigen Durchläufen in das Langzeitgedächtnis. Zu bemängeln gibt es wie ersichtlich so gut wie gar nichts; allein das instrumentelle Zusammenspiel hätte bei den einzelnen Übergängen ein kleinwenig ausgeprägter sein. Alles Großartige was Melodic Punk zu bieten hat besitzende Hits wie "Now Hell(o)" oder "A World Without Polar Bears" sind dann jedoch über jede Kritik erhaben und kraftvoll rotzige Punkrock-Bomben, die ganz besonders durch den melodiösen Gesang den Weg in´s Herz im Handumdrehen schaffen.

Vor kurzem erschien bereits ihre neue 7" "Everything You Say Is Just How Bad Things Are", die Punkrock-Hungrige weiter anfüttert und zeigt, dass Hell & Back eine der großen Melodic Punk-Bands Deutschlands werden wollen - und können. Großartig und viel zu süchtig machend.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 8 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 11:24 min

Label: Drastic Actions drasticactions.tumblr.com

Band: hellandbackheartattack.tumblr.com

Tracklist:

01. Dark Fireworks
02. Hold On Tight
03. Don´t Tell Me What I Can´t Do
04. Now Hell(o)
05. A World Without Polar Bears

Discografie:

2012 - Everything You Say Is Just How Bad Things Are 7"
2011 - Don´t Tell Me What I Can´t Do Ep