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ROTTING OUT - THE WRONG WAY

Eintragen am: 05.01.2014

Aus der Stadt der Engel stammen die fünf Herren von Rotting Out, die seit 2007 unterwegs sind und eine kantige Version von Hardcore Punk spielen, die sich in den letzten Jahren verdammt gut rumgesprochen hat. Und zwar so gut, dass man schon zu den Leuchttürmen des Cali HCs gehört und mit Expire auf Europatour war. Nun erschien vor einiger Zeit das zweite Album "The Wrong Way" der Band und es überrascht nicht, dass auch auf den neuen elf Tracks immens viel Energie verströmt wird, die sich durch die lädierten Boxen in die Hirnrinden frisst. Rotting Out atmen auf erfrischende Art den Punk ihrer Helden Pennywise, Black Flag und Suicidal Tendencies und rotzen so gänzlich kompromisslos ihre Wutbatzen hin.

Nachdem "The Wrong Way" zu rollen beginnt, kündigen sich erst einmal fies zitternde Riffs und knallige Drums an, die in einem rasierenden Opener münden, der Backen aufblasen und Kids den Tanz anstimmen lässt. Die wunderbar spuckenden Vocals werden ergänzt um Crew Vocals, die auf den ersten Blick etwas zu glatt wirken, sich aber mit der Zeit gut in das musikalische Konzept der Band einfinden. Die L.A.-Jungs prügeln sich nämlich nicht nur mit dem typischen Hardcore-Sound durch die knapp 26 Minuten, sie erweitern jenen um die bereits erwähnten Punk-Einflüsse, aber auch um Crossover-Elemente, Auszüge aus oldschooligem Thrashcore und schicke Gitarrensoli. Die Spielzeit gestaltet sich so als enorm abwechslungsreich, stets gibt es etwas Neues zu entdecken. Mal sauschnell und hektisch zappelnd ("Blade Of Rust"), dann wieder verzückend groovig und einfach cool wie Eis ("Stab"), hier mal ein wenig moshend ("Bangarang"), da mal einfach so stylish über leiernde Bassläufe spuckend als ob es niemand je besser gemacht hat ("The Shout Out"). Rotting Out spielen ihre Sache verdammt tight herunter, jede Zeile, jede Kick sitzt und jeder Anschlag muss genau da hin wo er ist.

Als ob der Soundtrack nicht schon stark genug wäre, gibt es neben einer 1a-Produktion noch richtig gute Lyrics. Der Frontmann erzählt Stories von Kids, die der häuslichen Gewalt nicht mehr zuschauen und selbst aktiv werden ("What would you do if it was you? This is the boiling point of a bastard boy. This is a turning point of a boy destroyed"), von seinem Hass gegen alles und jeden, geschürt durch seinen abgefuckten sozialen Background ("Fuck my teachers for wasting my time and said I was acting out. Fuck the social worker that got paid to feel sorry for me. Fuck the cops for showing up late. Fuck my parents for making me pay for their mistakes") und seinem Leben in einer gottlosen Stadt ("I'm stuck in this city just like old man Bukowski. And I'm watching the world move on without me. I'm still fifteen in the city of shame and society's chains are still calling my name"). All das kommt ohne aufgesetzter Attitüde oder Sozialkitsch daher, es sind einfach schonungslose Berichte aus einer schlechten Welt, so wie sie es überall gibt. Hut ab dafür!

Schlussendlich gibt es somit fast nichts zu bemängeln an dem zweiten Album von Rotting Out, man wird einfach an die Wand geblasen und weiß, dass das hier großes Kino ist. "The Wrong Way" ist immens tighter, alles rasierender Hardcore, der nicht nur smart geschrieben ist, sondern auch auf verschiedenen Ebenen mitreißen kann. Die fünf Kids aus L.A. reißen ordentlich was ab und werden damit weiter an ihrem Erfolg basteln. Man kann es ihnen nur gönnen: Wer so authentisch-fulminanten Hardcore darbieten kann, hat es ganz einfach verdient. Absolutes Muss für Hardcore Heads unserer Zeit.

 

Pro
  • Kantiger Hardcore mit immens viel Abwechslung
  • Authentisch und smart, trotzdem immer auf die 12
  • Jeder Song stark, keine Ausfälle
Kontra
-
Wertung: 9 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 03.12.2013

Spielzeit: 26:03 min

Label: 6131 Records www.6131records.com

Band: www.rottingout.com

Tracklist:

01. The Wrong Way
02. Blade Of Rust
03. One More Kiss
04. A Question
05. Stab
06. The Shoot Out
07. Verbal Risk
08. No Clue
09. Roots & Will
10. Three Of Us
11. Bangarang

Discografie:

2013 - The Wrong Way Lp
2011 - Street Prowl Lp

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