SANCTORUM - SEMPER FIDELIS
Eintragen am: 19.01.2012
Persönlich war mir Sanctorum kein Begriff und da der Mensch ja ein Augentier ist, beginnt man bei Bandnamen und Albumcover schon automatisch mit der Einschätzung, wie die dahinter stehende Musik wohl klingen wird. Mein Tipp: Gothic-Metal mit Industrial-Passagen.
Tatsache: Ein recht heftiges Death Metal-Brett mit vereinzelten Nu Metal-Nuancen.
Tja, da lag ich mal wieder schlecht. "Semper Fidelis" ist das aber ganz und gar nicht und die Briten liefern ein richtig solides Scheibchen zum Review ab.
Das beginnt ohne Umschweife mit dem eineinhalbminütigen Titeltrack, der mit groovendem Riffing und vereinzeltem Chor-Synthesizer einen guten Vorgeschmack auf die nächsten 59 Minuten gibt (ja, fast eine Stunde Spielzeit, das hat man auch nicht mehr häufig). "Rise of the underdog" wildert daraufhin dann mehr in Thrash-Gefilden und prescht so recht energiegeladen dahin. In den Refrains bekommt man immer mal wieder postcore-hafte Einflüsse zu hören, während Sanctorum äußerst bemüht sind, mit eingestreuten instrumentalen Passagen ausreichend Vielfalt in ihre Arrangements zu bekommen. Dass sie das beherrschen, zeigt sich bei Songs wie "Severed", der auch mit zum Kopfnicken anregenden Thrash-Riffing punkten kann, bis dann im Chorus Cleangesang zum Einsatz kommt. Der ist aber äußerst songdienlich platziert und erinnert dezent an Kylesa.
So schaffen es Sanctorum über die doch sehr umfangreiche Spielzeit stetig die Aufmerksamkeit des Hörers aufrecht zu erhalten. Mal klingen sie klassischer ("Dying breed"), dann wieder mit deutlicher Hardcore-Schlagseite wie bei "Cast aside". Hervorgehoben werden sollten an dieser Stelle noch die beiden Songs "Empty glass" und "Crown of scars": Ersterer ist eine wirklich gekonnt präsentierte Ballade, die mich persönlich (gerade gesangstechnisch) sehr stark an Moonspell erinnert. Der Rausschmeißer "Crown of scars" ist dann erstaunlich progressiv. Nachdem das Thrash-/Death-Gewitter von einem interessanten cleanen Interlude durchbrochen wird, endet man in sehr modernem Metal-Gewand und treibt "Semper Fidelis" mit stetig anschwellenden Gitarren zu einem überzeugenden Höhepunkt.
Somit lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Jungs von der Insel hier ganz genau wissen, was sie machen. "Semper Fidelis" wirkt rund und stimmig, nur an vereinzelten Stellen wird die Brisanz des Materials nicht ganz gehalten. Zudem sagt mir die Produktion nicht wirklich zu - sicherlich war ein gewisser erdiger Sound gewollt, jedoch gehen so viele technische Feinheiten schlichtweg unter. Ansonsten aber für Freunde des melodischen Death- bzw. Thrash-Metal durchaus eine Empfehlung zum Reinhören.

Tatsache: Ein recht heftiges Death Metal-Brett mit vereinzelten Nu Metal-Nuancen.
Tja, da lag ich mal wieder schlecht. "Semper Fidelis" ist das aber ganz und gar nicht und die Briten liefern ein richtig solides Scheibchen zum Review ab.
Das beginnt ohne Umschweife mit dem eineinhalbminütigen Titeltrack, der mit groovendem Riffing und vereinzeltem Chor-Synthesizer einen guten Vorgeschmack auf die nächsten 59 Minuten gibt (ja, fast eine Stunde Spielzeit, das hat man auch nicht mehr häufig). "Rise of the underdog" wildert daraufhin dann mehr in Thrash-Gefilden und prescht so recht energiegeladen dahin. In den Refrains bekommt man immer mal wieder postcore-hafte Einflüsse zu hören, während Sanctorum äußerst bemüht sind, mit eingestreuten instrumentalen Passagen ausreichend Vielfalt in ihre Arrangements zu bekommen. Dass sie das beherrschen, zeigt sich bei Songs wie "Severed", der auch mit zum Kopfnicken anregenden Thrash-Riffing punkten kann, bis dann im Chorus Cleangesang zum Einsatz kommt. Der ist aber äußerst songdienlich platziert und erinnert dezent an Kylesa.
So schaffen es Sanctorum über die doch sehr umfangreiche Spielzeit stetig die Aufmerksamkeit des Hörers aufrecht zu erhalten. Mal klingen sie klassischer ("Dying breed"), dann wieder mit deutlicher Hardcore-Schlagseite wie bei "Cast aside". Hervorgehoben werden sollten an dieser Stelle noch die beiden Songs "Empty glass" und "Crown of scars": Ersterer ist eine wirklich gekonnt präsentierte Ballade, die mich persönlich (gerade gesangstechnisch) sehr stark an Moonspell erinnert. Der Rausschmeißer "Crown of scars" ist dann erstaunlich progressiv. Nachdem das Thrash-/Death-Gewitter von einem interessanten cleanen Interlude durchbrochen wird, endet man in sehr modernem Metal-Gewand und treibt "Semper Fidelis" mit stetig anschwellenden Gitarren zu einem überzeugenden Höhepunkt.
Somit lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Jungs von der Insel hier ganz genau wissen, was sie machen. "Semper Fidelis" wirkt rund und stimmig, nur an vereinzelten Stellen wird die Brisanz des Materials nicht ganz gehalten. Zudem sagt mir die Produktion nicht wirklich zu - sicherlich war ein gewisser erdiger Sound gewollt, jedoch gehen so viele technische Feinheiten schlichtweg unter. Ansonsten aber für Freunde des melodischen Death- bzw. Thrash-Metal durchaus eine Empfehlung zum Reinhören.
Pro
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Kontra
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