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SCARS COME CLEAN - THE WORLD TO ME

Eintragen am: 18.07.2013

Noch scheinen SCARS COME CLEAN aus dem Saarland, in Kooperation mit der Südwestpfalz, eher unbekannt, doch das sollte sich schleunigst ändern. Die erste Hürde scheint genommen: Wer schon mit BACKFIRE! in Saarbrücken auftrat, hat bereits ein kleines Sternchen im Lebenslauf verdient.

Auch wenn die Band seit 2005 besteht, erschien erst kürzlich die erste Langspielplatte "The World To Me". Der Opener zeigt deutlich, wohin es gehen soll: ohne Umschweife direkt zur Sache, wobei nicht auf gleichförmiges Gedresche, sondern auf Abwechslung und den gewünschten Melodic Hardcore Wert gelegt wird. Hätte man statt der Platte diese Band auf der Bühne vor sich, würde man bereits in der ersten Sekunde sein Bier achtlos zu Boden werfen und sich ausschweifend am Ausdruckstanz beteiligen. Demnach scheint ein Konzertbesuch dieser Herren aus dem schönen Südwestzipfel Deutschlands mehr als angebracht. Vorerst widmen wir uns erst einmal der aktuellen Langspielplatte "The World To Me".

Bereits die Debüt-EP "Terre Mauvaise" des Jahres 2008 ist nicht als Ladenhüter geeignet: es knallt, kracht und schreit, dass einem das Bier in der Hand zittert. "The World To Me" macht mit kleinen Schritten Richtung Veränderung dort weiter, wo die doch etwas härtere "Terre Mauvaise" aufgehört hat. Die Stücke sind fabelhaft arrangiert, von Anfang bis Ende durchweg hörbar und mitreißend. Besonders das abwechslungsreiche "Grey Veil" hat es in sich. Zwar gehen die Jungs auf Nummer sicher und orientieren sich an bekannten Riffs, Melodien und Gesangsparts, dennoch wird es nicht langweilig und bleibt im Ohr hängen.

Das Quintett gibt hörbar sein Bestes, um den geneigten Melodic Hardcore-Freund in seinen Bann zu ziehen. An allseits beliebten Kopfnickerparts wird nicht gespart, auch die Skandierung in Form von Wort- und Phrasenchören ist gesichert, der Gesang in angenehmen Schreimodus dargeboten. Das Schlagzeug harmoniert durchweg mit den Gitarren, der Sound scheint zwar vorhersehbar, überzeugt dennoch von vorn bis hinten.

Einziges Manko: Die Zweitstimme sollte nochmal überprüft werden. Man guckt nicht schlecht, wenn sich in "3 Monkeys" und auch in "Forgotten Values" plötzlich eine luftlose Zweitstimme neben dem kräftigen Gerotze schiebt und den guten Eindruck etwas stört.

Die Platte schafft es letztlich durchweg zu begeistern, auch die Produktion ist ordentlich. Die musikalische Darbietung ist solide, zwar bekannt, aber vielleicht genau deswegen mitreißend und ansprechend. Alles in allem ist die Scheibe ein rundum gelungenes, großes Erstlingswerk, das ernstgenommen, festlich betanzt und vor allem weiterempfohlen werden sollte.

 

Pro
  • kein stumpfes Gedresche, um Abwechslung bemüht
  • sehr angenehmer Gesang
Kontra
  • Zweitstimme wirkt etwas luftlos
  • altbekanntes Songschema
Wertung: 8 / 10 Punkte
Autor: d.toutvabienRegistriert: 10.07.2013 - Verfasste Artikel: 1 - Forenposts: 1 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 13.04.2013

Spielzeit: 28:40 min

Label: Mistletree Records www.mistletree-records.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Go It Alone
02. Side By Side
03. Feed The Fire
04. 3 Monkeys
05. Forgotten Values
06. The World To Me
07. New Chapter
08. Grey Veil
09. No Time To Waste

Discografie:

2008 - Terre Mauvaise
2013 - The World To Me

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