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STEVE FROM ENGLAND - DEPARTED

Eintragen am: 15.09.2014

Noch immer aus Hannover, noch immer tighter Modern Hardcore und noch immer DIY: Steve From England sind immer noch am Start und bringen mit "Departed" einen neuen Longplayer auf den Markt, der sich gewaschen hat. Zehn feine Tracks, generiert aus einem wunderbar zusammengedampften Sud aus Melodic Hardcore, modernen Elementen, Anleihen aus dem Post Hardcore sowie einer Prise Hardcore Punk, gibt es da zu vernehmen, sauberst geschrieben und zu keiner Sekunde von Redundanz geprägt, sodass man eine mehr als unterhaltsame halbe Stunde mit dem zweiten Album der Niedersachsen verbringen kann. Seit 2008 ist die Band bereits unterwegs und konnte, auf dem langen Pfad, viele Erfahrungen sammeln und für sich erkennen, was wichtig ist und vor allem wie ihr Sound klingen soll.

Diese Erkenntnise sind auf "Departed" auch zu spüren, sei es durch das komplex anmutende Songwriting, die tiefgehend wirksamen Riffs oder die immer wieder für Überraschungen sorgenden Breaks. All das bietet die neue Langrille, und noch viel mehr. "Never Say Die!" zum Beispiel lässt erst die 2Step-süchtigen Beine schwingen, ehe beinahe indie-like die Füße und Köpfe zum Nicken gebracht werden. Kurz danach gibt es dramatische Riffs, die klarmachen, dass man hier einem kleinen Hit lauscht, der in traurig stolpernden Basstönen endet. Auch "Hedera" ist so ein mitreißendes Stück, nur dass hier drückenden Gitarrenwände die privaten vier Wände zum Beben bringen und sich das Leiern der Sechssaiter richtig in die Hirnrinde zu Fressen weiß. Das zaghafte Gitarrenspiel am Ende setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Und so ziehen die Minuten nur so an einem vorbei, man wird gefangen in der emotionalen Welt der fünf Hannoveraner, die geprägt ist von Schmerz und viel Sehnsucht. Der neue Sänger findet sich zudem super in den Sound ein und kann mit seinem kraftvollen Organ ordentlich punkten.

"Departed" ist somit ein großes Modern Hardcore-Werk geworden, welches sich im europäischen, ja auch im amerikanischen Raum keineswegs verstecken muss. Das starke Songwriting und das immens gut ausgeprägte Gespür für mitreißende Riffs können über die gesamte Spielzeit überzeugen und verlangen den Hörenden auch einiges ab - das Album ist keine einfache Kost, sondern ein emotional sehr aufgeladenes Stück Musik, was sich auch in dem musikalischen Anspruch der Band widerspiegelt. Für Fans des Genres ist das Auschecken absolute Pflicht, für Fans der Band sowieso. Props in den Norden!

 

Pro
  • Moderner, mitreißender Hardcore
  • Tolles Songwriting
  • Sauber und druckvoll produziert
Kontra
-
Wertung: 8 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 01.10.2014

Spielzeit: 29:35 min

Label: Diy

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Allegiance
02. Path Of Least Resistance
03. Forever Gone
04. Never Say Die!
05. Cut A Feather
06. Hedera
07. In Memory Of
08. No Remorse
09. Togehter Alone
10. Neverfailing Hope

Discografie:

2014 - Departed Lp
2012 - Rooney! Ep
2010 - Serenity Is Just A Relic Lp
2009 - Demo