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TRIPTYKON - MELANA CHASMATA

Eintragen am: 15.05.2014

TRIPTYKON - nach HELLHAMMER und CELTICFROST noch eine der letzten wahrhaft okkulten (Extrem)-Metal-Bands und ursprünglich auch aus einem CELTICFROST Nebenprojekt Tom "Warriors" entstanden, bescheren uns hier ihren zweiten Langspieler "Melana Chasmata" und frönen dabei weiterhin musikalisch wie auch visuell künstlerisch (Triptykon: als eine Art Hommage an die religiös inspirierten Triptychon-Bilder des Mittelalters zu verstehen, wie beispielsweise Hieronymus Bosch's "Garden of Earthly Delights" oder Hans Memlings "The Last Judgement", Pieter Bruegel, Roland Villeneuve u.v.a.) den dunklen Künsten ihres Genres oder wie sie es selbst beschreiben - der Kirche der Finsternis! Nachdem ihr Erstling "Eparistera Daimones" ("Zu meiner Linken, die Dämonen"), als quasi Fortführung der letzten CELTICFROST Scheibe "Monotheist" zu interpretieren ist, stellt man sich nun doch ein wenig breiter auf und führt dieses unfassbar ehrgeizige und anspruchsvolle Projekt akribisch fort, mit vielfacher Unterstützung zum Teil namhafter Künstler verschiedenster Sparten, wie dem fast schon legendären Schweizer Surrealisten und Skandalkünstler H.R. Giger, welcher u.a. maßgeblich am ArtWork beteiligt ist.

Im Kern der Musik und Lyrik offenbart sich die Band weiterhin in Themen wie Geschichte, Okkultismus, menschlicher Desintegration, religiösem Fanatismus sowie Nihilismus und rattert instrumental zwar äußerst facettenreich, aber meist ungemein schwer und schleppend, in dunkelsten Stimmungen, einher, was ihnen nicht nur vom MetalHammer UK das Branding als "härteste Band der Welt (und vermutlich auch eine der Besten)" bescherte. Hart, enorm ambitioniert und in einer ungemeinen künstlerischer Breite aufgestellt, aber musikalisch eben doch fast ausschließlich doomig walzend unterwegs, was jedoch alles andere als ein Armutszeugnis ist! Trotzdem stellt sich einzig "Breathing", als wahre Trashabrissbirne mit unfassbar fetten Stampferparts, dieser Grundhaltung entgegen.

Fazit: Natürlich muss "Melana Chasmata" als Gesamtkunstwerk verstanden werden, als Einheit aus finsteren Botschaften, visueller Kunst und musikalischem Ausdruck eben dessen, und ich vermag mir nicht ansatzweise auszumalen, welche enormen Ansprüche Herr Warrior an sich und seine Gefährten bei diesem Unterfangen stellte. Trotz alledem fehlen mit ein wenig die Spitzen und Variationen, die Einflüsse außerhalb des Goths oder Doom, außerhalb atmosphärischer Abgründe und dunkler Spielerein. Nicht das diese schlecht performt und gar von der Stange wirken, um Hölles Willen nein! Jedoch bedarf es doch für jeden, welcher Satan nicht uneingeschränkt die Treue schwor und nicht in jedem zweiten Part unterschwellig okkulte Bockverse oder groteske Botschaften des dunklen Meisters auszumachen vermag, ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen und Hingabebereitschaft - wenn auch Doomwalzen ala "Altar of Deceit" im einzelnen mehr als nur erschüttern! TRIPTYKON sind halt wahrlich meisterlich, aber eben auch schwerste Kost für schwerste Gemüter.

 

Pro
  • dunkel-schleppender Doom aus der Feder wahrer Meister!
  • Grotesk-perfekte Einheit aus Inhalt, Kunst und Musik
Kontra
  • durchgehend schwere musikalische Grundhaltung - wohl nicht jedermanns Sache
Wertung: 8 / 10 Punkte
Autor: mcflemmigRegistriert: 24.03.2006 - Verfasste Artikel: 108 - Forenposts: 130 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 11.04.2014

Spielzeit: 67:25 min

Label: Century Media Records www.centurymedia.de

Band: www.triptykon.net

Tracklist:

01. Tree Of Suffocating Souls
02. Boleskine House
03. Altar Of Deceit
04. Breathing
05. Aurorae
06. Demon Pact
07. In The Sleep Of Death
08. Black Snow
09. Waiting

Discografie:

Eparistera Daimones - 2010
Shatter Ep - 2010
Breathing Single - 2014
Melana Chasmata - 2014