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WATCH OUT STAMPEDE - REACHER

Eintragen am: 08.06.2014

Mit einem etwas unhandlichen Namen sind Watch Out Stampede gesegnet, welche mit ihrem metalcorigem Post Hardcore-Sound die Massen in Panik versetzen wollen und dies nun bereits seit knapp drei Jahren versuchen. Die fünf Bremer können dabei bisher eine ordentliche EP sowie einen veritablen Youtube-Hit mit dem Cover von Kesha´s "Die Young" auf der Haben-Seite verbuchen und nun steht, nach dem Signing auf Noizgate Records, auch die erste Langrille in den Startlöchern.

"Reacher" heißt das gute Stück, kommt in einem schicken Gatefold-Outfit und ist absolut hochklassig produziert, den Boxen wird ordentlich etwas abgefordert und der Sound ist glasklar, aber auch druckvoll. Gestartet wird mit Synthie-Sounds, ehe tiefe Growls, knackige Drums und fiese Metalcore-Riffs auf die Hörenden eindreschen. "Witch Trial" kommt gleich mit allem daher, was den vielfältigen Sound der Bremer Band ausmacht. Tightes Drumming, abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, die von finsteren Moshparts bis zu melodischen Rock-Riffs reicht, dezent gesetzte Effekte und das altbekannte Gegenspiel von poppigen Hooks, welche clean gesungen werden, und tiefe Growls und Shouts, die mehr als rasieren. Watch Out Stampede schreiben ihre Tracks dabei immens mannigfaltig, ohne aber zu sehr ins Poppige abzurutschen oder die pure Härte siegen zu lassen. Eingängig sind sie dabei zumeist auch, jedoch muss man natürlich Fan sein von jenem Sound, der sich die letzten Jahren stark weiterentwickelt hat, aber seit einer Weile auch kaum noch neues bereithält. Auch der Fünfer aus Bremen mit seinen zehn Tracks vollbringt nicht wirklich Innovatives, aber die ausgeprägte Spielfreude ist den Jungs jede Sekunde anzumerken, was bei einem Debüt vielleicht auch erst einmal wichtiger ist. Ihre Instrumente haben sie allemal im Griff und das Songwriting ist schon auf einem guten Niveau angelangt, sodass man gar nicht groß meckern kann. Das jedoch über die gesamte Spielzeit die Aufmerksamkeit der Hörenden erhascht werden kann, dafür reicht es noch nicht. Und auch beim Blick zu Genre-Kollegen wie Bring Me The Horizont, Asking Alexandria oder We Came As Romans fällt schnell auf, dass da noch Luft nach oben ist und der Band noch einiges an Kreativität und Einfallsreichtum fehlt.

Inhaltlich setzt man sich laut Info-Sheet mit dem Thema Beziehungen auseinander, und genauso langweilig wie das klingt sind dann auch die Lyrics geraten, schon persönlich, aber zumeist auch belanglos. Zudem nimmt sich die noch junge Band auch nicht allzu ernst, was man mithin auch den bisherigen Videos entnehmen kann (das "erotische" Video zu "Emily" ist zudem auch richtig Kiddie-mäßig, sprich eher peinlich). Das kann man gut oder schlecht finden, da es jedoch weder lustig noch unterschwellig sinnreich ist, tendiert es eher zu letzterem. So gibt "Reacher" für ein Debütalbum einer noch jungen Band ein mehr als ordentliches Bild ab und es ist vorstellbar, dass die Band, insofern sie noch ein paar Schritte in die richtige Richtung geht, in den nächsten eins, zwei Jahren auch ein größerer Act werden kann, der nicht nur durch einigermaßen gut geschriebenen Post Hardcore, schick produzierte Videos und "Humor" besticht, sondern durch einen eigenständigen Sound. Wie gesagt, trotzdem ein starkes Debüt.

 

Pro
  • Abwechslungsreicher, moderner Post Hardcore
  • Gut geschrieben, gute Instrumentierung
Kontra
  • Keinerlei Innovationen
  • Zum Teil einfach sehr kiddie-mäßig
  • Dem Sound fehlen Ecken und Kanten
Wertung: 7 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 13.06.2014

Spielzeit: 26:08 min

Label: Noizgate Records www.noizgate.net

Band: www.watchoutstampede.com

Tracklist:

01. The Crucible
02. Witch Trail
03. In Pictures
04. Settler
05. Reacher
06. Noble Arch In Proud Decay
07. We Are The Branches
08. Monsters
09. Allspark
10. Emily

Discografie:

2014 - Reacher Lp
2011 - From Hoes And Heroes Lp

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