Vans Warped Tour 2005

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niffi
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Vans Warped Tour 2005

Beitrag von niffi »

Vans Warped Tour 2005

Datum: 23.07.2005
Location: Tweeter Center Tinley Park, Chicago, I.L
Verfasser: Thorben Andresen
Vans Warped Tour 2005, 23.07.05. Tweeter Center Tinley Park, Chicago, I.L. mit ca. 8000 Besucher

Seen Bands: Atreyu, My Chemical Romance, Thrice, The Offspring, The Transplants, Senses Fail, Fall Out Boy, Saosin, Emery, Hawthorne Heights, Avengend Sevenfold, Relient K

Oha, eines wusste ich schon morgens als ich aus dem Zelt gestiegen bin: Das wird ein verdammt harter Tag. Temperaturen um die 36 Grad und ein dicker Kopf, da wir am Abend zuvor auf dem Campingplatz mit ner Punkband aus Chicago ordentlich gefeiert haben. (Btw. Allisterrock.com / Zu sehen auf Tour mit Sum 41) War aber echt lustig und ich habe coole neue Trinkspiele kennengelernt. Aber eigentlich geht es ja hier um die Vans Warped Tour, welche unseren Weg halt in Chicago gekreuzt hat.

Auf dem reisen Areal bestehend aus 6 Bühnen und 5 Millionen Merchzelten brauchte ich denn erstmal eine Weile bis ich die Bühne gefunden hatte, wo SOASIN spielten. Die waren zu diesem Zeitpunkt schon voll im Gange, das Beste schien ich aber nicht verpasst zu haben: „Bury your Head“ und die Songs „Translating the Name“, „3rd Measurement in C“,“They Perched On Their Stiles“, „ Lost Symphonies“ und natürlich auch „Seven Years“ von der EP gab es ohne tonale Verpatzer. Und wer Saosin kennt und die Tatsache beachtet, dass die neuen Sänger haben, weiß das zu schätzen. Ein paar neue Songs waren auch noch dabei, haben sich ganz nett angehört. Im Großen und Ganzen haben sie mich aber nicht umgehauen, was auch daran liegen konnte, dass sie halt Opener waren und der Platz sich erst noch langsam füllen musste.

Danach kamen auf der gleichen Bühne HAWTHORNE HIGHTS, von denen ich eigentlich nicht wirklich viel kenne. Einzig die Single „Niki FM“ kannte ich. Ansonsten wurde hier netter Emopunk geboten. Gottseidank bewölkte sich etwas der Himmel, ich wär sonst auch fast gestorben.

Nachdem mich Ausbeuter vom Fressenstand um 12 Dollar leichter gemacht haben für ein Stück Pizza und einer Cola mit Eis (oder sollte ich eher Eis mit Cola sagen), hab ich mir dann ein bisschen RELIENT K aus Ohio reingezogen. Eigentlich 0815 – Collegepunk, wobei mir aber das neue Lied „Be My Escape“ ziemlich gefällt. Vielleicht sollte ich mal in das neue Album reinhören. Ziemlich faszinierend war aber, dass der Sänger den kompletten Gig ohne Plectrum E-Gitarre gespielt hat.

Jaja, mit ATREYU kam dann das erste Highlight des Tages. Los ging es mit „Bleeding Mascara“ vom neuen Album aus welchem dann auch gleich „You Eclipsed Me“ und „The Crimson“ folgten. Mit „Aint love Grand“ spielten sie dann sehr zu meiner Freude eines der besten Songs aus dem genialen „Suicide Notes and Butterfly Kisses“ Album bevor „Right Side of the Bed“ und ein Bon-Jovi Cover folgten, wo alle Typen ihr T-Shirt ausziehen sollten um die dann wie ein Hubschrauber durch die Luft zu schleudern. Zum Schluss gab es dann den besten Atreyu Song überhaupt, und zwar „Lip Gloss and Black“. Und als das Solo gespielt wurde, haben die anderen ihre Saiteninstrumente natürlich auch auf dem Rücken gespielt. Metalgepose ist nämlich die Königsdisziplin von Atreyu: So gab es eine zirkusreife Menschenpyramide, bestehend aus den beiden Gitarristen und dem Bassisten, den „Alle-Gitarren-bewegen-sich-Gleichzeitig“-Move und natürlich viel Kayal, Stirnbänder und verwaschene Hair-Metal Shirts aus den 80gern. Dann kann selbst Unearth einpacken. Trotzdem wirkte die Band sympatisch, besonders der Sänger.

Bei MY CHEMICAL ROMANCE war natürlich die Hölle los, als sie ihr Set mit „Im not Okay“ von ihrem neuen genialem Album eröffneten, welches für mich bis jetzt sogar das Beste des Jahres ist. Mit „Our Lady Of Sorrow“ wurde der einzige Song aus dem auch nicht zu verachtenden ersten Album gespielt. Es folgten „To the End“ und „Thank You for Venom“. Erst als alle Leute wieder auf den Beinen waren (der Sänger war sehr besorgt um sein Publikum) ging es mit dem traurig-genialem „Cemetary Drive“ weiter. Bei „Give em Hell“ und „You know what they do to Guys“ hatten ich echt Angst, dass der Gitarrist sich selber oder einer der anderen von MCR mit seiner Gitarre tötet. Der Junge ist nämlich ganz schön hyperaktiv und flitzt wie ein Flummi mit seiner Klampfe über die Bühne. Mit einigen echt coolen Ansprachen und „Helena“ ging dann grandioser Auftritt zuende.

Mit EMERY hab ich mir dann wohl die abgefahrenste Band der Warped Tour angeschaut. Alle Musiker trugen einen dicken Pornobalken und hatten Anzüge wie aus dem Intergalagtic-Video von den Beastie Boys. Hauptsächlich wurden aber neue Songs aus dem noch nicht erschienendem Album gespielt. Gitarrist und Sänger haben übrigens nach der Hälfte des Gigs mal eben kurz bis zum Ende ihre Aufgaben getauscht. Highlight war sicher „Walls“, wo ein Part sogar von einem Rapper übernommen worden ist. *gg*

THRICE eröffneten ihr Set mit einem alten Song, den ich jetzt aber gerade nicht mehr einordnen kann. Gleich danach kam „Silhouette“ und mit „We are the image of the invisible“ ein ziemlich geiler neuer Song, der richtig Vorfreude auf das neue Album macht. Von der „Artist in the Ambulance“ wurde „Under A Killing Moon“, der Titeltrack sowie „Cold Cash and colder Hearts“ gespielt bevor es mit “The Earth Will Shake” einen langsamen aber lauten neuen Song gab. Die Stimmung explodierte aber als Thrice „Deadbolt“ mit dem Live-Outro spielten und der Sänger bei „To Awake and Avenge the Dead“ in der Menge gesungen hat, was bei ihm ja ziemlich selten vorkommt. (Ein Roadie hat dann seinen Gitarrenpart gespielt.) Die geile Stimmung und die Top setlist machten das eindeutig zum besten Auftritt des Tages.

THE TRANSPLANTS, dem Hip-Hop/Punk/Funk –Projekt von Tim Armstrong (Rancid) und Travis Barker (Blink 182) haben gerade ein neues Album (Haunted Cities) rausgebracht und mussten das dann natürlich auch ordentlich auf der Warped Tour promoten. So wurde hiervon ua. „Gangster&Thugs“, „Madness“ und „American Guns“ gespielt. Darüber hinaus gab es eine interessante Version von The Clash – White Riot. Vom alten Album wurden natürlich „Diamond & Guns“ und als letzten Song „Tall Cans In the Air“ gespielt. Netter Auftritt und dem Travis muss dannach auch sicher ordentlich schwindlich gewesen sein, so wie der Junge abgegangen ist.

Da es bis The Offspring noch etwas hin war, habe ich mir kurzerhand noch mal den Rest der SENSES FAIL Show reingezogen. Dort ging es mit „Bite To Break Skin“, „Rum is not burning…“ und dem alten Song „One Eight Seven“ noch mal richtig zur Sache. Auch hier wurde auf Verstärker geklettert und noch mal richtig gepost. Leider wollte der Funke bei mir aber nicht so ganz überspringen.

THE OFFSPRING, Helden meiner frühen Pubertät, eröffneten ihre Show mit „All I Want“ worauf auch gleich mit „Come Out and Play“ und Can´t Replay“ die nächsten Knaller warteten. Optisch hat sich bei Dexter Holland und seiner Sonnenbrille nichts getan. Noodles hingegen konnte man nur noch an seiner Brille erkennen, ansonsten ist der man an der Gitarre schon ein richtiger Opi geworden. Das macht aber gar nichts, wie man ne ordentliche Party macht wussten sie aber trotzedem noch: Man nehme die größten Ohrwürmer wie „Dog Eat Dog“, „Staring at the sun“, „The Kids aren´t alright“ oder „(Can´t Get My) Head around You“, lasse das Publikum abfeiern und belohne es dann noch mit einer Dusche aus dem Feuerwehrschlauch. Ach ja, und nicht zu vergessen: Man spiele „Self Esteem“ zum Schluss. Auch hier wieder ein genialer Auftritt, der schon fast gleich mit dem von Thrice einzuordnen ist. Beide Daumen nach oben!

Eigentlich konnte ich FALL OUT BOY noch nie viel abgewinnen, aber nachdem ich durch das US –Radio von Morgens bis Abends damit beschallt wurde, konnte auch ich dem FOB-Hype auch nicht mehr entrinnen. Deren aktueller Hit „Sugar we´re going down“ von dem „From under the cork tree“ Album wurde dann natürlich auch ordentlich abgefeiert. Zwischendurch tauchten mal bekannte Gesichter wie der Drummer von Matchbook Romance oder Mikey D. von MCR mit ihren Instrumenten auf. Und wem das noch nicht gereicht hatte, der wurde sicherlich bei den Zeilen “Where is your Boy tonight, I hope he is a gentleman….“ , dem Anfang von „Grand Theft Autumn“ weichgekocht. Man, ich kam mir vor wie ne Schwuchtel, besonders da um mich rum nur Mädchen standen.

Okay, AVENGED SEVENFOLD sind so ziemlich der letzte Dreck. „Unholy Confessions“ ist wirklich der einzige Song den man sich von denen noch anhören kann. Der Rest ist nicht auszuhaltendes Power-Metal Gedudel („Land of the Evil“, „Eternal Rest“ oder „Bat County“) und echt schlimmes Gepose ohne Ende und vor allem ohne jegliche Selbstironie. Und Sonnenbrillen müssen 2 Stunden nach Sonnenuntergang auch nicht mehr sein.
fipsie
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Beitrag von fipsie »

ah ja ...und???
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