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ALL FOR NOTHING - TO LIVE AND DIE FOR

Eintragen am: 03.05.2012

Wenn es um Hardcore vom europäischen Festland geht, so ist man in den letzten Jahren kaum an folgender Band vorbei gekommen: ALL FOR NOTHING. Denn gerade die Livepräsenz der Niederländer ist beachtlich, sowohl was Quantität als auch Qualität angeht. Gepaart mit dem stets eingängigen und äußerst livekompatiblen Modern Hardcore mit starkem Oldschool-Einschlag hat man sich hier einen beachtlichen Status und eine große Schar von Anhängern verschafft. Mit "To Live And Die For" soll hier natürlich angeknüpft werden und das female fronted HC-Gespann noch weiter nach vorne bringen.

Und man hätte es fast ahnen können: auch 2012 geht man im Hause ALL FOR NOTHING kein Risiko ein. Alles andere als das. Der Opener "Dead to me" kramt gleich mal alle Trademarks von "Miles & Memories" und "Can't Kill What's Inside" raus, die Gitarren riffen mal im Midtempo, klingen dann aus und wechseln in melodischere Gefilde. Frontfrau Cindy van der Heijden hat (glücklicherweise) auch nichts verlernt und so preschen die Niederländer hier in altbekannter Manier durch vornehmlich kurze und gleichsam kurzweilige Songs: 13 Songs. 27 Minuten. Auch das kennt man.

Der Sound auf "To Live And Die For" hat im direkten Vergleich zum drei Jahre alten Vorgänger von der technischen Seite einen gehörigen Schritt nach vorn gemacht. Gerade die Gitarren wirken deutlich präsenter, wenn auch manchmal etwas steril. Nichts desto trotz kommt das neue Soundgewand den Songs extrem zugute, da die sich ja sehr stark auf die druckvolle Gitarrenarbeit stützen. Was allerdings auch negativ anzumerken ist: wirklich innovativ ist das dann am Ende des Tages aber nicht gerade. Das mag bei diesem Genre oftmals nicht der Fall sein, bei ALL FOR NOTHING fällt mir jedoch auf, dass sich hier seit geraumer Zeit nicht wirklich viel geändert hat.

Sicher, Tracks wie "The silence" drücken ordentlich und machen Spaß und dass das Ganze wie in "Seize today" auch mit einer korrekten (genretypischen) Message verknüpft ist trifft bei mir im Großen und Ganzen schon auf Zustimmung. Aber das Problem ist damit nicht aus der Welt geschafft: "To Live And Die For" klingt eben wie die Vorgänger. An manchen Stellen vielleicht etwas "amerikanischer", was aber durchaus auch an dem neuen Verstärker-Setting liegen kann. Das führt dann dazu, dass ich hier Songs als Beispiele anführen will, bis ich merke, dass die ja auf einem anderen Album waren.
Der große Vorteil von ALL FOR NOTHING ist hier sicherlich Frontfrau Cindy, die einiges an Wiedererkennungswert schafft und den Songs so immer wieder ihren eigenen Stempel aufdrückt.

So kann zusammenfassend gesagt werden, dass "To Live And Die For" ein starkes, modernes Hardcore-Album geworden ist mit mitreißenden und auf den Punkt gebrachten Songs. Wenn es doch nur die erste Veröffentlichung von ALL FOR NOTHING wäre, denn das sie genau diese Art von Alben produzieren können, haben sie uns allen schon bewiesen. Alteingesessene Anhänger können also definitiv reinhören - hier wird sicherlich keiner enttäuscht.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 6 / 10 Punkte
GotB
Autor: GotBRegistriert: 22.08.2009 - Verfasste Artikel: 2.741 - Forenposts: 245 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 27:10 min

Label: Gsr Music Records www.gsrmusic.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Dead To Me
02. Not Your Kind
03. Idle Hands
04. Twisted Tongues
05. Without A Doubt
06. Point Of View
07. The Silence
08. Insidious
09. Seize Today
10. Face The Fact
11. Tried And True
12. Nothing In This World
13. To Live And Die For

Discografie:

2012 - To Live And Die For
2009 - Miles & Memories
2007 - Can't Kill What's Inside
2004 - Start At Zero