...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD - LOST SONGS

Nach den vielen Stiländerungen, die in vergangenen Jahren in den Sound der Band eingeflossen sind, gehen Trail Of Dead etwas zurück zu ihre Wurzeln und spielen dreckigen Indie-Rock, der Ecken und Kanten besitzt, aber auch den Bombast nicht aus den Augen verliert. Fundamental für die Großartigkeit der Tracks ist dabei wieder einmal das unglaubliche Songwriting der Band um den Taoisten Conrad Keely. Die Songs bilden dabei jeweils eine intelligent verpackte Einheit, die für sich selbst stehen, aber auch im Gesamtkontext namens "Lost Songs" funktionieren. Hervorzuheben ist "Pinhole Cameras", welches zu Beginn mit schrammelnden Gitarren um die Ecke kommt, ehe zarte und wunderbar liebevolle Klänge den Teppich für das großartig rockende Finale ausrollen. Oder "Awestruck", welches mit betörenden Melodien, die aus der Stille herausgeboren werden, und klirrenden Gitarrenwänden glänzt, die die Hörenden mit Gänsehaut zurücklassen. Und auch, "Up To Infinity", welches bereits vorab veröffentlicht wurde und der Band Pussy Riot gewidmet ist, kann mit seinen sägenden Riffs, die immer wieder auf die Hörenden einprügeln, einfach nur überzeugen.
"Lost Songs" schiebt den Pop beiseite und marschiert einfach drauflos, ohne aber die Qualität missen zu lassen. Mitreißend und roh, aber dennoch fulminant in Szene gesetzt und mit viel Kreativität versehen, zieht einen das Dutzend Tracks in den Bann. Die Band lebt eine Vielzahl an Gefühlsregungen aus und lässt so dem Wahn, dem Hass, aber auch dem Verzaubertsein den notwendigen Platz. Die Erfahrungen der sechs Bandmitglieder sind in jedem Ton spürbar, was "Lost Songs" zu einem tollen Werk macht. Wunderbare Platte.




