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ANNISOKAY - THE LUCID DREAM(ER)

Eintragen am: 03.12.2012

Attack! Attack! - an nichts anderes denkt man, schaut man sich den Videoclip von Annisokay zu ihrem Track "Sky" an: gleicher Metalcore mit Synthies, gleiche Arrangements, beinahe gleiche Video-Sets, gleiche Outfits und Bewegungen. Die blonde Dame fehlt zwar und man haut auch nicht ganz so fies ins Fressbrett, aber Annisokay bewegen sich schon in sehr ähnlichen Bahnen. Ihr Debütalbum ist in diesen Tagen erschienen, trägt den Namen "The Lucid Dream(er)" und lässt aufgrund der erhöhten Anzahl an Facebook-Likes schon eine gewisse Qualität erwarten. Ob das wohl stimmt?

Die fünfköpfige Band aus Halle, die bereits seit 2007 existiert, vermischt auf ihrer ersten Full Length Metalcore mit moderen Postcore-Elementen und poppigen Ansätzen, was so in der Form schon seit einigen Jahren kein ganz unbekanntes Gemisch darstellt. Sehr sphärisch angehaucht, besitzen die Tracks neben metal-lastigen Riffs, groovenden Parts und ordentlichem Gekeife viele Synthieflächen und melodischen Clean-Gesang. Songs wie "Anniversary" oder "Who Am I" stellen so abwechslungsreichen Metalcore dar, der modern ist und sehr durchdacht klingt. Man lässt sich Zeit, genießt auch mal die Stille und lässt zarte Melodien aufstreben, die sich Platz erkämpfen und in Rage boxen. Genau jene Elemente ihres Sounds sind auch die, die Annisokay am besten beherrschen. Gefühlvolle Passagen, die - fährt man auf die Stimme des Frontmanns ab - sogar Gänsehaut erzeugen können. Eben jene Stärke macht aber auch die Schwachstelle des Sounds der fünf Hallenser offensichtlich: Geht es in härtere Gefilde, so kann man nicht allzu viel vorweisen. Annisokay lassen die Köpfe nicht so richtig wackeln, da die groovigen Parts sehr simpel gestrickte Riffs intus haben, sie lassen den Pit nicht richtig moshen, weil sie Mosh einfach nicht können, und sie treiben den Pogo nicht wirklich an, da einfach das Kantige, das Rotzige fehlt. Daran trägt zum Einen der Sound Schuld, da jener sehr hochproduziert ist, dadurch aber einer ausgeprägten Künstlichkeit nicht entweichen kann. Die Jungs wollen den Pop hervorheben, das Glänzen, den shiny Stuff in den Fokus rücken, und verlieren dabei das "Metal" sowie das "Core" sehr stark aus den Augen. Die Songs klingen deswegen nicht schlecht und sind noch immer gut geschrieben, aber aufgrund der nur okay ausgeprägten Pop-Fertigkeiten was Hooks und Gesang angeht ist "The Lucid Dream(er)" eben nur Mittelmaß.

Groß in seinen Ansätzen, verpasst es das Debüt von Annisokay, so richtig einzuschlagen. Zu sehr wird gehofft, dass der Pop siegt, aber so stark sind die fünf Hallenser (noch) nicht. Okay´er Metalcore, der bei Weitem nicht mit den Großen mithalten kann, nichtsdestotrotz aber was auf dem Kasten hat. Mal sehen, was in den nächsten Jahren da noch so kommt, eine gewisse Fanbase scheint ja vorhanden. Annisokay sind gut - und nicht mehr.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 6 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 39:59 min

Label: Diy

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. The Final Round
02. Sky
03. Anniversary
04. Firewalk
05. Monstercrazy
06. Who Am I
07. The Believer
08. Insanity
09. Ghost Of Me
10. By The Time
11. Where Do I Start

Discografie:

2012 - The Lucid Dream(er) Lp
2010 - You, Always Ep
2009 - The Point You Will Still Miss Demo
2008 - My Ticket To Reno Demo

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