Reviews

EMMURE - SLAVE TO THE GAME

Eintragen am: 08.04.2012

STOP! Wer an dieser Stelle ein Review zu einem besonders revolutionären, vor Kreativität strotzendem oder hochgradig innovativen Output aus dem Hause Emmure erwartet, kann an dieser Stelle aufhören zu lesen.

"Slave To The Game" heißt der neue Frontalangriff von Emmure. Das fünfte Studioalbum in sechs Jahren, dazu unentwegtes Touren. Mangelnden Fleiß kann man den Jungs also nicht vorwerfen. Alben wie am Fließband, mal sehen, wie lange sie das noch durchziehen werden. In welche Richtung die neue Platte gehen wird, ist bei dieser Band wohl keine Frage, denn Emmure sind Emmure, ganz einfach.

Getreu dem Motto "Stumpf ist Trumpf" gibt es wieder 12 Songs, vollgepackt mit ultratief gestimmten Gitarren, Breakdown Eskapaden, elektronischen Quietschereien, Dissonanzen und dem gemeinen Organ der Rampensau Frankie Palmeri, der in gewohnt angepisster Weise stets zwischen Growls, gallespuckenden Screams und NuMetal-artigen, beziehungsweise Hip-Hop-lastigen Vocals wechselt. Genau das ist es, was Emmure ausmacht und was ihre zahlreichen Fans von ihnen hören wollen. Experimente? Fehlanzeige! Neue Einflüsse? Keine Chance!

War das Debütalbum "Goodbye To Gallows" noch etwas Neues, das mit einer düsteren Atmosphäre und der kompromisslosen Härte viele Leute aufhorchen ließ, fahren Emmure seit "The Respect Issue" zu 100% die gleiche Schiene. Dafür werden sie Kritikern geächtet und den Fans geliebt. Auch hier werden die Meinungen wieder auseinandergehen.

Nach dem kurzen, nichtssagenden, Intro "Insert The Coin" folgt "Protoman", was es übrigens aus als Video zu bestaunen gibt, und, wie soll es auch anders sein, man spielt Knüppel aus dem Sack. Und das ist es, was die nächsten 32 Minuten aus den Boxen donnert. Auf einzelne Songs speziell einzugehen, macht wenig Sinn, denn die Songs sind sich alle sehr ähnlich und es gibt keine Ausreißer, weder nach oben noch nach unten. Mit "Poltergeist" hat wieder mal ein Instrumentalstück seinen Weg auf die neue Platte gefunden, um wenigstens einmal kurz den Druck etwas absinken zu lassen.

Trotz der Gleichförmigkeit der Songs über mehrere Alben hinweg muss man den Krachmachern eines zu Gute halten, nämlich dass ihre Stücke stets eingängig sind und einfach irgendwie Laune machen. Dass Emmure in diesem Leben wohl keinen Innovationspreis mehr gewinnen werden ist von vornherein klar, dürfte auch schwierig werden, wenn die Alben in Akkordarbeit auf den Markt geworfen werden. Dennoch hat auch dieses Langeisen einen gewissen Charme und somit seine Daseinsberechtigung.

"Slave To The Game" ist ein Abrisskommando in gewohnt derber Manier, welches wie immer oberfett produziert wurde, von Kritikern 100 prozentig zerrissen werden und dennoch zahlreiche Fans glücklich machen wird. Probehören ist unnötig, denn wer Emmure mag, weiß dass es ein Pflichtkauf ist und so bekommt man den jährlichen Soundtrack zum Zerstören der heimischen Einrichtung, beziehungsweise dem Abriss des nächstgelegenen Clubs, in dem die Jungs sicher bald wieder zu Gange sein werden.

 

Pro
-
Kontra
-
Wertung: 6 / 10 Punkte
Autor: RicksterRegistriert: 02.10.2008 - Verfasste Artikel: 66 - Forenposts: 97 - Alle Artikel anzeigen
5.763x gelesen

Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 32:46 min

Label: Victory Records www.victoryrecords.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Insert Coin
02. Protoman
03. She Gave Her Heart To Deadpool
04. I Am Onslaught
05. Bison Diaries
06. Poltergeist
07. Cross Over Attack
08. Umar Dumps Dormammu
09. Blackheart Reigns
10. Mdma
11. War Begins With You
12. A.i.

Discografie:

2012 - Slave To The Game
2011 - Speaker Of The Dead
2009 - Felony
2008 - The Respect Issue
2007 - Goodbye To The Gallows
2006 - The Complete Guide To Needlework Ep