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HIEROPHANT - GREAT MOTHER: HOLY MONSTER

Eintragen am: 26.04.2013

Nachdem ihr Self-Titled Debüt schon einiges geboten hatte, lassen HIEROPHANT hier mit 'Great Mother: Holy Monster' nun vollends die Sau raus. Mittlerweile (und absolut zu recht) auf Bridge Nine unterwegs bietet sich dem Hörer nicht weniger als eine musikalische Interpreation von Verderben und Tod, Verwüstung und vollständiger Vernichtung, wutentbrannt und nicht im geringsten kompromissbereit. D-Beat getragenen Crust postapokalyptischer Stimmung vereint sich dabei mit den gewohnten Ingredienzien aus Punk, Hardcore, Sludge und Metal, aber dies mit einer dermaßen angepisst - schmierigen HauDrauf-Attitüde, dass es von der ersten bis zur letzten Sekunde einfach nur der Hammer ist dieser gottverlassenen Scheibe zu lauschen. Obwohl die Herren aus Italien stammen vermute ich den kreativitätsgenerierenden Einfluss von allerlei randgesellschaftlichen Praktiken und Konsummitteln, denn wenn hier kein Alkohol, keine Drogen und keine werte- und weltverachtende Ausrichtung den Lifestyle der Band bestimmen, dann will auch ich verdammt sein!

Schnelle Brecher wie die beiden Opener werden mit bassschlabrigen Sludgeungeheuern ala 'Sons of Four-Way' aufgebrochen und gleich folgend wieder berserkend ala 'Son Of The Carcinoma' aufgenommen. Schräg miese Gitarren runden sowohl im D-Beat als auch im Groove die ganze Räude ab und schließen eventuelle Sympathiebekundungen fröhlich gesinnter'Ich mach jetzt mal einen auf Crust' - Musikfreunde gänzlich aus. Vielleicht ähneln sich, mit Ausnahme der beiden Schwergemüter 'Son Of Public Castration' und eben 'Son Of Four-Hands Way', die Songs hier und da ein wenig, was jedoch nicht weiter zur Debatte stehen sollte, denn im Mittelpunkt vercrusteter Knüppelei steht einfach nur die ungemeine Aggressivität und Zerstörungswut ...und diese wirkt nahezu erschütternd, und zwar von Anfang bis Ende.

Fazit: Man stelle sich also Bands wie EYEHATEGOD, MAMMOTH GRINDER oder auch NEUROSIS vor, auf Drogen die sie besser nie genommen hätten und man stelle sich weiter vor besagte Bands haben sich all das Brutale am Metal bewahren können, haben all das Kompromisslose im Hardcore um miesen Sound erweitert und ihren nun entstandenen CrustSludge mittels Humankapital voller Hass an den Vocals besetzt... am Ende dieses Gedankenspiels finden wir eine Band wie HIEROPHANT - welche wohl gerade zu den aufstrebendsten Rekruten im Crustuniversum avancieren.

Und Ja!, selbst wenn man versucht seine rosarote Crustenbrillen beiseite zu legen, um sich einer realistisch - konkret HIEROPHANT bezogener Bewertung zu widmen: 'Great Mother: Holy Monster' wäre immer noch der Hammer!

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 9 / 10 Punkte
Autor: mcflemmigRegistriert: 24.03.2006 - Verfasste Artikel: 108 - Forenposts: 130 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 28:02 min

Label: Bridge 9 Records www.bridge9.com

Band:

Tracklist:

01. Son Of The New Faith
02. Son Of The Tongue's Prison
03. Son Of Four-hands Way
04. Son Of The Carcinoma
05. Son Of Egoistic Love
06. Son Of Public Castration
07. Son Of The Cathartic Cave
08. Son Of The Black Mirror

Discografie:

2010 - Hierophant
2013 - Great Mother: Holy Mother