NEW HATE RISING - PRAYER TO THE ASHES

So platzt gleich beim Opener "In Your Face" die Faust oder besser die Shouts von Andi in nur eine Richtung - in welche, können sich die Leser jetzt denken. Ohne Pause setzen NHR dem Hörer zu. Wie es sich gehört, werden fette Beatdowns mit aggressiven Shouts vermengt und machen so schon Lust auf den Moshpit beim nächsten Live-Auftritt. Interessant auch: "One Sound" fadet mit einem Bach-Orgel-Outro - ich nenne das jetzt mal so - aus. Eine angenehme Spielerei, die sich erstaunlicherweise gut einfügt.
Die Drummings sind herrlich böse und schnell - so zum Beispiel auf dem Titeltrack "Prayer To The Ashes". Die Singalongs laden geradezu ein, selbst mit zu grölen und speziell für Zweischritt-Liebhaber lohnt sich unter anderem "Your Choice" als Anspieltipp. Schöner und knackiger kann ein HC-Song nicht enden. Das Album hält das Tempo bis zum Ende ganz weit oben bis auf einen Aussetzer. Und wenn ich jetzt "Aussetzer" schreibe, dann meine ich das auch so. Auf "Paradise City" wollen NHR eine Hommage an Axl Rose und seine früheren (wirklich guten) Werke an die Leutz bringen und scheitern meines Erachtens kläglich. So wie Axl kein HC macht(e), sollten die Jungs auch nicht versuchen seine stimmlichen Glanzleistungen von früher zu erreichen. Live mag das durchaus lustig klingen - an meinem Rechner sitzend standen mir jedoch kurz die Nackenhaare zu Berge.
Aber sei's drum. Wer immer mal gerne symbolisch Keile verteilt, ist bei NEW HATE RISING vollkommen richtig. Die fünf Jungs aus Stendal zeigen, dass es noch richtigen Old School HC im Stile von AGNOSTIC FRONT oder HATEBREED gibt. Dass die Liebhaber solcher Klänge dafür in den Norden Sachsen-Anhalts anstelle über den Teich nach New York fahren müssen ist aufgrund regionaler Gegebenheiten durchaus begrüßenswert. Ich würde es machen, denn die dreißig Minuten Spielzeit waren echt zu schnell zu Ende.




