SEAMY SIDE - CAUGHT BETWEEN THE DEVIL AND THE DEEP BLUE SEA

Heute würde man das Ganze wohl eher als Post-Hardcore beschreiben. Schubladen hin oder her, hier gibt es 10 noisige Songs, die mit zahlreichen Breaks, vielen Tempowechseln, einigen melodischen Leads und einer verdammt angepissten Stimmung veredelt wurden. Das ist alles ganz ordentlich gemacht, aber auch hier wieder das bekannte Problem: jeder einzelne Song klingt recht gut, allerdings will der Funke einfach nicht richtig überspringen.
Trotz wirklich guter Momente rauscht ein Großteil einfach vorbei, was die 45 Minuten des Albums mitunter sehr lang erscheinen lässt. Mit dem Interlude "Addendum" gelingt es dann, die Aufmerksamkeit wieder zu erlangen, was auch sehr gut ist, denn das darauffolgende "Tasteless Brownies" ist der erste Song, der von vorn bis hinten überzeugen kann. Die Zutaten sind dabei die Gleichen, wie auf dem restlichen Album, wurden hier aber so gekonnt kombiniert, dass alles passt. Leider bleibt das auch der einzige Titel, der so positiv aus dem Rest heraussticht.
"Caught Between The Devil And The Deep Blue Sea" ist keinesfalls ein schlechtes Album geworden. Das Können jedes einzelnen Musikers hört man deutlich heraus, vorallem gesangstechnisch ist hier Einiges zu holen. Sänger Martin hat die volle Palette aus tiefen Growls, hohen Screams und derben Shouts drauf und macht seine Sache verdammt gut. An den Saiten und dem Schlagwerk gibt es grundsätzlich auch keinen Grund zu Nörgeln. Da weiß jeder was er tut spielt wirklich gut.
Schlecht ist hier also nichts, richtig überzeugend aber leider auch nicht.




