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SLAVERY - DAWN OF MANKIND

Eintragen am: 15.10.2012

Power Metal! Der Begriff an sich klingt bereits wie eine semantische Alliteration. Ich für meinen Teil kann das eine oder andere Mal dieser Stilrichtung, die sich - um zu beweisen, dass sie etwas ganz Besonderes ist - noch zusätzlich mit dem Stärkeattribut schmückt, durchaus etwas abgewinnen, wenngleich die Zeiten eigentlich schon her sind. Was haben mich BLIND GUARDIAN und RHAPSODY früher begeistert. Und die tollen langen Haare und das viele Leder und - ach nee, Moment, das fand ich immer etwas merkwürdig. Sei's drum. Ehe ich drohe abzuschweifen, möchte ich mich den fünf Jungs aus Ulm widmen, deren Silberling gerade in meinem Laufwerk rotiert.

SLAVERY haben sie sich und "Dawn Of Mankind" ihr Album genannt. Fünfundvierzig Minuten Zeit genehmige ich mir, um letztlich zu dem Schluss zu kommen, dass auch in diesem Metier längst neue Wege beschritten werden. Die progressiven Stilelemente - anzuhören zum Beispiel bei "Leaving Eden" - machen sich nun auch bei Bands breit, die vornehmlich Power Metal spielen wollen. Sowas klingt ja prinzipiell interessant, nur nehmen sie der Musik das - und jetzt schließt sich der oben angeführte, kurze Gedankengang - , was ihr tatsächlich das Attribut "Power" gibt. Etwas verstörend wirkt dies schon.

Gleichwohl fügen sich die Prog-Momente reibungslos ein und hinterlassen eben etwas Neues, das es so vor fünfzehn Jahren noch nicht zu bestaunen gab. Erfrischende Gitarrensoli, die beim Ausklang an das Röhren der stereotyp unterstellten Unterleibsitzplätze mit Rädern erinnern, und schnelle Hooks holen die Kraft allemal wieder zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Lediglich die Stimme wirkt etwas zu glatt gebügelt. Meine Hörgewohnheiten haben doch allerhand in petto und sie sagen mir, dass da irgendwas nicht zu klappen vermag. Etwas mehr Volumen täte dem Sänger Phillip gut, aber das kann ja noch werden.

Lobend zu erwähnen sei die inhaltlich Ausrichtung der fünf jungen Männer. Entgegen den klassischen "Krieger schlägt Drache K.O., um bei der Prinzessin zum Stich zu kommen"- oder "Ich trag ein Schwert, ich bin ein Krieger!"- Texten, positionieren sich SLAVERY durchaus in gesellschaftskritischem Kontext. Das erinnert mich ein wenig an METALLICA, ehe sie sich in meinen Augen politisch ins Abseits manövrierten. So kann diesem gesamten Machwerk durchaus eine Menge Ernsthaftigkeit unterstellt werden, was sich eben abgesehen von den Texten auch in der technischen Qualität niederschlägt. Ein Rundum-Kraftpaket mit nuanciert gesetzten Pausen.

SLAVERY zocken angenehm hörbaren melodiösen Kraft-Metal, der sich zuweilen auch mal die Zeit nimmt inne zu halten und dadurch in Richtung Hard-Rock abzudriften scheint. Dadurch entstand ein vielseitiges, technisch versiert gespieltes Album, das jedem Fan des Genres bedenkenlos als Anspieltipp empfohlen werden kann. Alsdenn: Fäuste ballen, Arme hoch und anschließend den Kopf rotieren lassen.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 6 / 10 Punkte
KaesekuchenHAL
Autor: KaesekuchenHALRegistriert: 26.04.2012 - Verfasste Artikel: 20 - Forenposts: 37 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 45:55 min

Label: Soulfood www.soulfood-music.de

Band: www.slavery-metal.de

Tracklist:

01. Skybound
02. Morning Glory
03. The Gunslinger
04. Leaving Eden (part I)
05. Stray To The Horizon (part Ii)
06. Collective Suicide Salvation
07. State Of Mind
08. Dawn Of Mankind

Discografie:

2009 - Lost Reality (ep)
2012 - Dawn Of Mankind

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