STRANGE FEAR - A PERMANENT COLD

Aus Modena stammend, ballert die Band ihre Interpretation von "Fast & Aggressive Hardcore" ohne große Umwege frei heraus und erweitert jenen um Punk-Einflüsse, aber auch um einige Elemente der modernen Spielweise von Hardcore. Mal gibt es dabei schweren Old School auf die Ohren ("Freedom For Sale"), mal Gitarrenwände mit (schwammigen) Crew-Shouts en masse ("A Permanent Cold"), ein andermal Skate Punk-Riffs und Top-Speed gepaart mit mitreißendem Shouting ("Day By Day"). Letzterer ist dabei einer der besten Songs der Platte, vereint er in seinen zwei Minuten am wirkungsvollsten die vielen Stilrichtungen, mit welchen Strange Fear aufspielt. Soundtechnisch erzeugt die Band dabei eine Mischung aus Terror und Go It Alone und klingt besonders im Mid Tempo sehr stark nach Brothers.
Wer auf die Laufzeit schaut, sieht, dass die Italiener ihre zwölf Tracks in gerade mal 15 Minuten durchzocken, was der Platte die Kurzweiligkeit erhält, welche ihr bei einer längeren Spielzeit garantiert verloren gegangen wäre. Die Songs sind zwar größtenteils mit viel Energie geladen und werden zum Teil nur so durchgerotzt, schaffen es jedoch nur selten, sich im Gedächtnis festzusetzen und da auch zu bleiben. Es gibt auf "A Permanent Cold" einfach zu wenig Höhepunkte, zu wenig Abwechslung und auch zu wenig musikalisches Gespür für herausragende Melodien, interessantes Songwriting und vor allen Dingen gelungene Übergänge: jene werden zum Großteil einfach weggelassen, egal welche Tempowechsel auch vorgenommen werden.
Aufgrund der Kürze der meisten Tracks bleiben jene Schwachstellen jedoch relativ gut verborgen, besonders da "A Permanent Cold" eine recht kurzweilige Angelegenheit ist, die es schafft, Hörer und Hörerinnen gut zu unterhalten. So kann man Fans von gut gemachtem Hardcore Punk die Platte sicherlich an´s Herz legen, mit der Bitte jedoch, nicht zu hohe Erwartungen zu haben. Insgesamt ein solides Zweitwerk mit allerlei Schwächen, aber auch guten Momenten.




