Reviews

THE BUNNY THE BEAR - THE STOMACH FOR IT

Eintragen am: 14.06.2012

Mein erstes Review und dann soll es gleich aus dem Genre sein, das mittlerweile flächendeckend als Nintendocore bekannt geworden ist. Ich musste sehr schnell feststellen, dass ich meine bisherigen Hörgewohnheiten erstmal auf die Probe stellen muss, um zu verstehen, was die Macher solcher Spielarten denn tatsächlich mit ihrer Musik sagen wollen. Und ganz ehrlich: ich weiß es immer noch nicht und mein Geduldsfaden gibt nicht soviel her.

Die Platte, die mir vorliegt, ist die neue Scheibe von THE BUNNY THE BEAR, umfasst 11 Tracks und nennt sich "The Stomach For It". TBTB sind mal fünf, mal sechs Menschen, die sich zusammen finden um ihren Phantasien freien Lauf zu lassen - meistens, beziehungsweise hauptsächlich, aber allem Anschein nach zwei junge Männer aus Buffalo (NY), die sich sowohl für Fotoshootings als auch für Live-Auftritte den Spaß machen und jeweils eine Hasen- und eine Bärenmaske aufsetzen. Und obwohl das jetzt nichts mit dem zu tun hat, was da gerade aus meinen Boxen schallt, ist es wichtig das zu erwähnen. Denn genauso irritierend wie der Anblick zweier Männer mit Tiermasken wirkt auf mich "The Stomach For It".

Der Opener erinnert an eine Mischung aus LACRIMOSA und EVANESCENCE, selbstverständlich versetzt mit ordentlich Synthezizern, die nebenher flimmern, um dem ganzen einen Flair zu verpassen. Es folgen die ersten Gitarrenriffs und ein etwas überraschendes Einsetzen des Geschreis von THE BUNNY (Matthew Tybor). Relativ schnell komme ich auf die Idee, dass das Konzept einer clean singenden Frau mit harten metallischen Klängen ja nicht sonderlich neu ist und zum Beispiel bei DEADLOCK meiner Meinung nach ganz gut funktioniert. Meine Recherchen verwirren mich allerdings immer mehr, als ich herausfinde, dass die cleanen Vocals von THE BEAR (Chris Hutka) stammen.

Damit jetzt vollkommen überrumpelt höre ich weiter. Die Jungs verstehen ihre Instrumente in der Tat gut. Jeder Moshpart für sich lädt zum Nicken ein, wenn nicht das ganze Drumherum wäre. Der Synthie entwickelt sich zunehmend zum dominanten Instrument, leitet hier mal in Form eines Klavierintros einen Song ein (so bei "All Birds") oder unterstreicht mit einem an VANILLA ICE (natürlich "Ice Ice Baby") angelehnten Thema einen finalen Break.

Tritt selbiger dann doch mal in den Hintergrund, dann singt THE BEAR und wird abwechselnd von THE BUNNY mit wütenden Shouts unterbrochen. Und diese Shouts können es tatsächlich in sich haben, erforschen zuweilen die tiefsten Tiefen der Stimmbänder. Zuweilen habe ich das Gefühl Blues-Elemente heraus zu hören aber werde schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Auf mich wirkt dies wie eine asiatische Version des Eurodance gemischt mit qualitativ hochwertigen, aber an sich keinesfalls wirkmächtigen Gitarren und Drums.

Und so muss ich TBTB zitieren, um tatsächlich einen Schlussstrich unter das Review zu machen: "It kills me" - aber nur, wenn ich es nochmal anhöre. Sorry aber diejenigen, denen nicht sofort auf Pawlowsche Weise der Speichel aus dem Mund tropft, wenn sie vom Genre Nintendocore hören, sollten einen Bogen um die Scheibe machen. Deshalb von mir leider nur drei Punkte - Bauchschmerzen inklusive.

 

Pro
-
Kontra
-
Wertung: 3 / 10 Punkte
KaesekuchenHAL
Autor: KaesekuchenHALRegistriert: 26.04.2012 - Verfasste Artikel: 20 - Forenposts: 37 - Alle Artikel anzeigen
831x gelesen

Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 38:18 min

Label: Victory Records www.victoryrecords.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Congregation
02. Sky
03. All Birds
04. This Isn't Why You Made Her
05. Soul
06. Breeze
07. Lonely
08. I'm Scared Now
09. Sheep
10. Pieces
11. It Kills Me

Discografie:

2012 - The Stomach For It
2011 - If You Don't Have Anything Nice To Say
2010 - Selftitled