THE CHANT - NEW HAVEN

Generell ist schnell festzustellen, dass die vielen Jahren, in denen die Finnen zusammenspielen, sich kennengelernt haben und zusammen Songs schreiben, eindeutig bemerkbar sind. Alle Instrumente, jegliche Arrangements und atmosphärischen Gegebenheiten auf "New Haven" sind innerhalb eines großen Gesamtkontextes aufgehangen und funktionieren einwandfrei. Alles geht wunderbar ineinander über, nichts scheint unnötig, alles ergibt einen Sinn. Das beklemmende Werk, getragen von einer stark ausgeprägten Melancholie, durchläuft mit seinen acht Tracks einen dunklen Wand, der aber dennoch Farben durchblicken lässt und nicht einfach in der Finsternis verharrt. Da trifft der sanfte Gesang des Frontmanns auf sphärische Flächen, zartes Glockenspiel auf melodische Gittarren, aber auch rockigere Riffs auf unbändig treibende Drums. Explizit Songs hervorzuheben macht dabei wenig Sinn, viel zu sehr ist "New Haven" eins, eine Geschichte, ein Strang, der musikalisch großartig untermalt wird. Es gibt schicke Details, Ausflüge in den Prog Rock, Instrumentalparts, viel Gänsehaut und stets das Gefühl, dass The Chant genau wissen, was sie tun: Hier ist nichts dem Zufall überlassen.
So gibt es knapp 52 Minuten großen Rock, quasi eine winterlich-melancholische Melodic Post Rock-Oper, die vortrefflich komponiert wurde und die Hörenden in eine großartige Welt entführt, die so nur von Nordeuropäern erschaffen werden kann. Richtig schöne, weil richtig schön schwermütige Scheibe.
Pro
- Großartig geschriebenes Album
- Wunderbar melancholischer Alternative Rock
Kontra
-




