TRIPTYKON - MELANA CHASMATA

Im Kern der Musik und Lyrik offenbart sich die Band weiterhin in Themen wie Geschichte, Okkultismus, menschlicher Desintegration, religiösem Fanatismus sowie Nihilismus und rattert instrumental zwar äußerst facettenreich, aber meist ungemein schwer und schleppend, in dunkelsten Stimmungen, einher, was ihnen nicht nur vom MetalHammer UK das Branding als "härteste Band der Welt (und vermutlich auch eine der Besten)" bescherte. Hart, enorm ambitioniert und in einer ungemeinen künstlerischer Breite aufgestellt, aber musikalisch eben doch fast ausschließlich doomig walzend unterwegs, was jedoch alles andere als ein Armutszeugnis ist! Trotzdem stellt sich einzig "Breathing", als wahre Trashabrissbirne mit unfassbar fetten Stampferparts, dieser Grundhaltung entgegen.
Fazit: Natürlich muss "Melana Chasmata" als Gesamtkunstwerk verstanden werden, als Einheit aus finsteren Botschaften, visueller Kunst und musikalischem Ausdruck eben dessen, und ich vermag mir nicht ansatzweise auszumalen, welche enormen Ansprüche Herr Warrior an sich und seine Gefährten bei diesem Unterfangen stellte. Trotz alledem fehlen mit ein wenig die Spitzen und Variationen, die Einflüsse außerhalb des Goths oder Doom, außerhalb atmosphärischer Abgründe und dunkler Spielerein. Nicht das diese schlecht performt und gar von der Stange wirken, um Hölles Willen nein! Jedoch bedarf es doch für jeden, welcher Satan nicht uneingeschränkt die Treue schwor und nicht in jedem zweiten Part unterschwellig okkulte Bockverse oder groteske Botschaften des dunklen Meisters auszumachen vermag, ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen und Hingabebereitschaft - wenn auch Doomwalzen ala "Altar of Deceit" im einzelnen mehr als nur erschüttern! TRIPTYKON sind halt wahrlich meisterlich, aber eben auch schwerste Kost für schwerste Gemüter.
Pro
- dunkel-schleppender Doom aus der Feder wahrer Meister!
- Grotesk-perfekte Einheit aus Inhalt, Kunst und Musik
Kontra
- durchgehend schwere musikalische Grundhaltung - wohl nicht jedermanns Sache




