VOLTRON - KAVENTSMANN

Und so beginnt nun die dunkle Reise des 'Kaventsmann' - unaufhaltsam schleppend, mit einem hirnmaternden Riff nach dem anderen. Von der erdrückend schweren '13 Liter Bohrmaschine', dem riffgewittrigem 'Studententoeter" oder dem etwas progressiveren 'Faster than Nothing Still Can' - ganz egal welches bongschwadrige Kunstwerk man sich zuerst auf die Fahne schreiben möchte; VOLTRON bleiben sich auf eine selten kreative Art und Weise doomend treu.
Lyrisch ganz in Tradition der großen deutschen Dichter versend, wird musikalisch eine häufig extrem verspielte und dunkelmelancholische Abhandlung schleppend schmieriger Gitarrenwände aufgeführt, welche kein noch so finsteres Gleichnis zu scheuen brauchen. Ob nun berserkernd wie in 'Pittiplatsch Anoraknarök' oder schläfrig, fast schon orientalisch daherkommend wie in 'Black to Back' oder 'Helmut Berger at Salzburg Air', man scheint stets versucht sich kreativ mit dem Projekt 'Doom' auseinanderzusetzen, ohne sich dabei ständig neu erfinden zu müssen oder an Heavyness zu verlieren! Exemplarisches Beispiel für die perfekte Symbiose aus bodenständiger Zerrslowmotion, forsch trabendem Metal, verstörend dahinschwelgenden Wagnissen, brutalen Doublebass - Läufen, finstersten Growls und miesesten Soundwänden ist dann wohl 'Medic Help!", als zusammenfassender Abriss aller vorhergegangener DoomInterpretationen. Alles in allem wird schlicht ein ganz eigenes Konzept des Komponierens und Dichtens verwendet, welches zwangsweise ein gestörtes Weltbild und den Hass auf so einiges voraussetzt! Mamas Lieblinge werden hier wohl nicht zu finden sein, vielmehr scheinen sie besungen in der ein oder anderen Hasstirade dieser netten, schwarzgekleideten Herren aus der Hauptstadt!
Fazit: Anfangs, meiner Meinung nach, noch ein wenig zu vorsichtig und konzeptorientiert, spielen sich VOLTRON in 'Kaventsmann' in einen sinnbildlichen Lauf und verarbeiten Song für Song ein Mehr an musikalischen Einflüssen - ein permanenter Steigerungslauf wenn man so will! Vielleicht nicht unbedingt in Sachen Kompromisslosigkeit und Härte, aber definitiv bezüglich des Einsatzes weiterer musikalischer Stilmittel. Jeder folgende Song scheint von seinem Vorgänger ein klein wenig mitzunehmen, verarbeitet noch kurz dessen Grundstimmung und beginnt anschliessend auf neuen Pfaden zu schreiten... beginnen wir noch im absoluten NullachtfünfzehnDoom, drängen sich mit fortschreitender Dauer eine Vielzahl von neuen Eindrücken auf und lassen einen so schnell auch nicht mehr los! Vielleicht in Sachen Heavyness und Avantgarde nicht das, was mit 'Beyond an Armoured Skin" erreicht werden konnte, aber berücksichtigen wir den ganzen HickHack der letzten Jahre und vor allem den unsterblichen Gedanken von eigenproduzierten (!) - kulturellen Kapitals, haben wir hier definitiv ein kleines Highlight mitteleuropäischer Schwerstmusik der letzten Zeit!




