Interviews

APOSTATE

Apostate

partyausfall.de: Hallo Jungs. Schön euch hier für ein Interview hier zu haben.

Apostate: Kein Problem, Mann. Vielen Dank für die Möglichkeit, uns hier vorstellen zu können.

partyausfall.de: Gemäß dem Fall, dass einige unserer Leser nicht so wirklich über euch Bescheid wissen sollten: erzählt uns ein bisschen über eure Bandgeschichte. Wann habt ihr angefangen und wie alt seid ihr jetzt?

Apostate: Wir haben 2008 als Band angefangen. Apostate wurde von 5 russischen Jungs gegründet, die sich in Prag getroffen haben. Das ist eine etwas ungewöhnliche Ausgangssituation und wenn du jemals in deiner Heimatstadt versucht hast, Musiker für eine Band aufzutreiben, dann kannst du dir vorstellen, wie schwer das für uns war und wie unfassbar glücklich wir darüber sind. Wir sind alle zwischen 18 und 21 Jahren alt, deshalb nehme ich mal an, man kann uns als "junge Band" bezeichnen.

partyausfall.de: Ich lebe im östlichsten Teil Deutschlands. Für mich persönlich hatte die Tschechische Republik oder Polen immer einen zahlreichen und recht hochqualitativen Output an Metalcore- und Hardcore-Bands, wie Angelreich oder Action. Wie beurteilt ihr die Musikszene in eurem Heimatland?

Apostate: Ich will nicht zu streng klingen, aber ich muss ehrlich mit dir sein - Ich denke nicht wirklich, dass die Tschechische Republik eine starke Metalcore/Hardcore-Szene hat, höchstens noch, wenn man über die Qualität der Bands hier spricht. Tschechische Bands haben noch einen langen Weg vor sich, bevor sie sich mit denen aus dem Ausland messen können und sie werden nicht in der Lage sein, das zu erreichen, wenn sie nicht realisieren, dass auf dem Arsch rumsitzen, Bier trinken und Scheisse im Internet zu labern weder ihrer Band noch der Szene hilft, zu wachsen und sich zu verbessern. Ebenso verhält es sich damit, tonnenweiße Shows in der selben Stadt zu spielen mit den selben Freunden, die zu deinen Gigs kommen. Nicht wirklich was, was deine Fanbase vergrößert, aber es geht mehr darum, sich treu zu bleiben. Ich kenne ein paar gute tschechische Bands, aber die spielen keinen Metal oder Hardcore.

partyausfall.de: Vor nicht allzu langer Zeit habt ihr eure Debüt-EP "Seaborne" veröffentlicht. Das geschah ohne ein unterstützendes Label im Rücken, liege ich da richtig? Wie war der Prozess der Aufnahme? In welchem Studio habt ihr aufgenommen und wie lange hat es gedauert?

Apostate: Ja, wir haben die "Seaborne" - EP ohne Hilfe von irgendwelchen Labels veröffenlicht - mit Ausnahme von unserem Freund Igor Bruso, der die CDs bedruckt hat. Die Aufnahme der EP selbst war ein ziemlicher DIY-Prozess. Wir haben die Drums und Vocals in einem Studio in Prag aufgenommen, die Gitarren bei uns zuhause und haben das alles dann zum Mixing und Mastering zu Mark Jones (Mangled Audio Studio) in Manchester, UK, geschickt. Er ist ein wirklich talentierter Typ, der einen Wahnsinns-Job bei dieser CD abgeliefert hat. Der Aufnahmeprozess hat einige Zeit in Anspruch genommen, weil wir alles perfekt machen wollten, selbst wenn es sich um die kleinsten Details drehte (ich kann nur vermuten, wie wütend wir Toningenieure machen können, haha). Aber am Ende war es das alles wert. Für uns kommt Qualität immer zuerst, egal, wie lange es dann dauert.

partyausfall.de: Ihr beschreibt euren Stil als "technical" und "epic", so heißt es zumindest auf eurer Facebook-Seite. Wisst ihr, ich bin nicht so ein großer Fan von dem ganzen technischen Zeug. Ich finde das oft irgendwie, naja, zu technisch eben. Als ich eure EP das erste Mal gehört habe, war ich allerdings sehr überrascht, wie catchy eure Melodien sind, zusätzlich zum technischen Anspruch. Was ist euch wichtiger? Technisches Posing wie High Speed-Gitarren-Sweeping oder Eingängigkeit und Wiedererkennungwert?

Apostate: Yeah, ich weiß genau, was du meinst mit "zu technischer" Musik. In unserem Fall waren Schwierigkeit und der technische Aspekt nie bedeutende Punkte wenn es darum ging, Musik zu schreiben. Natürlich mögen wir es, kompliziertes Zeug zu spielen, aber gleichzeitig geht es im Endeffekt immer um die Musik. Es geht darum, uns auszudrücken, unsere Emotionen darzulegen, eine bestimmte Message rüber zu bringen. Es geht nicht darum, wie viele Noten du in einer Sekunde spielen kannst, sondern gute Musik zu machen. Das ist immer unser Ziel gewesesen.

partyausfall.de: Was sind die Haupteinflüsse auf eure Musik?

Apostate: Das ist eine gute Frage. Eigentlich hört jeder in der Band einen Haufen unterschiedlicher Musik. Tatsächlich hören wir nicht so viel harte Musik - es reicht uns, sowas zu spielen. Unsere musikalischen Vorlieben reichen von Animals As Leaders und Within The Ruins bis Hurts und Skrillex, von Architects und Underoath zu Childish Gambino und Nero. Also ja, wir hören alle möglichen Arten von Musik.

partyausfall.de: Es ist ziemlich unterhaltsam, dass ihr mit einem Auszug aus einem Review auf euren Promo-Bildern werbt, das da besagt: "August Burns Red werden überbewertet, verglichen mit den Jungs.". Man kann gewisse musikalische Parallelen zwischen Apostate und den Jungs aus Pennsylvania nicht von der Hand weisen. August Burns Red haben kürzlich ein ziemlich herausragendes Album veröffentlicht. Was sind eure Pläne für die nähere und fernere Zukunft? August Burns Red überholen?

Apostate: Wir stehen nicht auf dieses ganze Zeug mit Vergleichen zu anderen Bands, wir wollen nur unser Ding durchziehen. Trotzdem sagen das ziemlich viele Leute, dass da Ähnlichkeiten zu August Burns Red bestehen. Naja, ich denke, man kann das als Kompliment sehen, so lange man nicht als bloßer Abklatsch davon angesehen wird. Was unsere Pläne für die Zukunft angeht: Wir nehmen gerade eine brandneue Single auf, die dann während unserer Sommertour veröffentlicht werden soll. August Burns Red überholen? Kein Problem. Gibt uns nur etwas Zeit und die Chance, unsere Musik den Leuten näher zu bringen und wir machen das, wirst du sehen.

partyausfall.de: Ich nehme mal an, ihr müsst alle nebenbei arbeiten, um eure musikalischen Ambitionen finanzieren zu können. Wie schwierig ist es, diese Dinge unter einen Hut zu bringen, vor allem, wenn ihr auf Tour seid?

Apostate: Wir studieren nebenbei alle, deshalb kann es manchmal echt schwer werden, alles gebacken zu bekommen. Aber bisher hat das immer ganz gut geklappt. In einer Band zu sein ist nie einfach, vor allem, wenn es ans Touren geht. Aber man muss Opfer bringen für die Sache, die man liebt.

partyausfall.de: Stichwort Tour: Ihr habt eine ziemlich ausladende Tour vor euch. Gebt unseren Lesern doch ein paar Informationen darüber.

Apostate: Ja, so ist es. Wir haben eine ziemlich coole Tour anstehen im kommenden Sommer. Sie steht unter dem Motto "Against All Odds" und ist in zwei Teile unterteilt - der erste vom 28. Juli bis zum 13. August und der zweite vom 22. August bis 18. September. Wir werden unter anderem Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Russland, Serbien, Estland, Slowakei, Ungarn, Österreich und den Niederlanden einen Besuch abstatten. Alle Tourdaten kann man auf unserer Facebook-Seite sehen. Wir freuen uns auf jeden Fall richtig auf diese Tour, das wird sicher eine verrückte Erfahrung!

partyausfall.de: Ihr beschreibt nicht nur euren Musikstil als "episch", sondern auch eure Art, Aftershow-Parties zu feiern. Geht's da wirklich so zur Sache? Auf was müssen die Leute, die auf eure Shows kommen wollen, gefasst sein?

Apostate: Die Parties nach einer Show sind für uns ein essentieller Teil des Lebens on the road. Im Grunde versuchen wir nach jeder Show, so viele Leute wie möglich zu treffen und so hart zu feiern, wie es nur geht. Wo ist der Spaß daran, Konzerte zu geben, ohne dabei und danach Spaß zu haben. Deshalb versuchen wir die Leute dazu zu bewegen, nach der Show mit uns abzuhängen, verrückten Scheiss zu machen und einfach den Moment zu genießen.

partyausfall.de: Was mögt ihr mehr? Live zu spielen oder im Studio zu sein? Wie findet bei euch das Songwriting statt? Immer noch oldschoolig im Proberaum oder wird davon viel über das Internet (Stichwort Skype oder Ähnliches) erledigt?

Apostate: Auf jeden Fall ist live spielen weitaus unterhaltsamer, als im Studio zu sein. Trotzdem haben wir auch genug Spaß während der Aufnahmesessions, obwohl es trotzdem für gewöhnlich recht stressig und kräfteraubend ist. Ich nehme mal an, dass jeder Musiker es vorzieht, auf einer Bühne zu stehen und auszurasten, als im Studio zum Clicktrack zu spielen. Die ganze Musik wird von Nicky geschrieben. Er arrangiert die Gitarren, schickt die Tabs zu uns, ich schreibe die Drum-Parts und dann jammen wir zusammen, ändern einige Stellen, fügen neue hinzu. Also so ziemlich der klassische Weg, Musik zu schreiben, denke ich mal.

partyausfall.de: Gebt unseren Lesern einen kleinen Überblick über die Themen, um die sich eure Texte drehen.

Apostate: Ich schreibe immer über die Themen, die auf meiner persönlichen Erfahrung beruhen. Im gleichen Atemzug versuche ich, das Ganze nicht zu offensichtlich zu gestalten, um den Leuten die Chance zu geben, die Lyrics in einer anderen Art und Weise auszulegen, als ich. Die Themen sind vielfältig - von "Omit the Words", der im Grunde genommen ein großes Dankeschön-Statement an all die ist, die ich liebe und die mir etwas bedeuten, zu "False Footsteps", in dem es um Leute geht, die blind allen möglichen Trends folgen. Aber vermutlich ist der Text, auf den ich im Moment am meisten stolz bin, der von unseren neuen Single "Hermeneutic Circle", die gerade aufgenommen wird. Er beinhaltet so viele Ebenen und kann in so vielfältiger Art interpretiert werden. Ich möchte jetzt nicht auf Details eingehen, aber erwartet einen Blog mit den Lyrics und der Bedeutung des Songs, sobald die Single rauskommt - das wird einschlagen, wie eine Bombe, das verspreche ich!

partyausfall.de: Abschließend habt ihr noch mal die Möglichkeit, ein paar Zeilen an unsere Leser zu richten.

Apostate: Okay, wir hoffen, so viele von euch wie möglich auf unserer Sommertour im Juli bis September zu sehen. Wenn ihr da sein - zögert nicht, uns kennen zu lernen. Wir lieben es, neue Leute zu treffen und sind immer offenherzig und aufgeschlossen, also seid nicht schüchtern. Außerdem haben wir ziemlich cooles Zeug für euch in Vorbereitung, das bald enthüllt wird. Also checkt regelmäßig unsere Facebook-Seite.

partyausfall.de: Dankeschön Apostate für dieses Interview. Beste Grüße nach Prag und wir freuen uns darauf, euch die deutschen Bühnen entern zu sehen.

Apostate: Danke schön, wir wissen das wirklich zu schätzen! Wir sehen uns auf den Shows und nicht den Spaß zuhause vergessen. Cheerz, Fedor

 

Bilder/Credits: Apostate

GotB
Autor: GotBRegistriert: 22.08.2009 - Verfasste Artikel: 2.741 - Forenposts: 245 - Alle Artikel anzeigen
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