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NOTHING - GUILTY OF EVERYTHING

Eintragen am: 23.02.2014

Manchmal machen es Bands und Plattenfirmen einem wirklich nicht leicht, ein Review zu einem neuen Output zu verfassen. So jüngst geschehen bei Nothing aus Philadelphia. Die Jungs veröffentlichen gerade ihr Debütalbum "Guilty Of Everything" über Relapse. Relapse sind ja längst keine Unbekannten mehr und versorgen uns in schöner Regelmäßigkeit mit hochwertiger Death-/Grind- und ähnlicher Krachkost. Umso verwunderlicher ist das, was "Guilty Of Everything" mit sich bringt: nämlich alles andere als Geballer, sondern Shoegaze!

Und das ist auch das was Nothing auf ihrem ersten Langspieler bis zum bitteren Ende zelebrieren. Für alle die, die mit dem Begriff Shoegaze nichts anzufangen wissen, eine kurze Erklärung, was es mit "Guilty Of Everything" auf die Lauscher gibt: rockige Riffs, melodische Gitarrenwände, veträumte Parts, dichte atmosphärische Klangwelten, mitunter energisch bis noisiges Riffing und ein Sänger, der bei den Aufnahmen höchstwahrscheinlich im Nachbarzimmer der Instrumentalfraktion seine Zeilen eingesungen hat, denn der Gesang klingt so weit entfernt, leise und ist auch noch mit starkem Hall belegt, dass er sich vom Gesamtsound mehr entfernt als integriert.

Klingt komisch? Ist es auch! Denn irgendwie will die Platte einfach nicht zünden. Egal ob in voller Lautstärke im Auto oder entspannt über Kopfhörer, so herrlich verträumt und schon fast hypnotisch die Musik auch rüberkommt, durch den dünnen hintergündigen Gesang kommt einfach keine Stimmung auf. Dass dieser auch noch zum Großteil in nur einer Tonlage vorgetragen wird, macht es nicht viel einfacher. So bleibt auch nach dem x-ten Durchgang von "Guilty Of Everything" ein fader Beigeschmack, denn die Musik ist keinesfalls schlecht. Die dichte Atmosphäre und der vordergründige starke Gitarrensound wissen zu überzeugen. Dennoch ist der Sound nicht genug, um wirklich mitreißen zu können.

Darüber kann auch der Hype um den Sänger Domenic Palermo, der ja bekanntlich eine mehr als bewegte Vergangenheit hat, leider nicht hinwegtäuschen. Am Ende bleiben eigentlich nur nur drei große Fragezeichen: Bin ich zu doof das Album zu verstehen? Ist die Platte einfach nicht gut? Oder ist Partyausfall die falsche Plattform für diese Art von Musik? Am besten alle mal reinhören und selbst entscheiden, im besten Fall kann die erste Frage mit Ja beantwortet werden.

 

Pro
  • dichter, atmosphärischer Sound
  • sehr fähige Musiker
Kontra
  • Der Gesang!
Wertung: 5 / 10 Punkte
Autor: RicksterRegistriert: 02.10.2008 - Verfasste Artikel: 66 - Forenposts: 97 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: 28.02.2014

Spielzeit: 38:47 min

Label: Relapse Records www.relapse.com

Band: www.facebook.com

Tracklist:

01. Hymn To The Pillory
02. Dig
03. Bent Nail
04. Endlessly
05. Somersault
06. Get Well
07. Beat Around The Bush
08. B&e
09. Guilty Of Everything

Discografie:

2014 - Guilty Of Everything
2012 - Downward Years To Come Ep

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