DEFEATER - EMPTY DAYS & SLEEPLESS NIGHTS

"Warm Blood Rush" eröffnet mit den Trademarks und in hohem Tempo die Scheibe, bleibt aber unterdurchschnittlich. "Dear Father" ist als zweiter Song, das erste Highlight. Geschwindigkeitstechnisch fährt man einen Gang zurück und bläst ab der 45. Sekunde die Frage "So, what are you gonna do?" heraus, um verzweifelt zu antworten "Be the hero that your father was." - intensiv und melodiös entlässt einen der Song. "Waves Crash, Clouds Roll" bleibt stark und schaufelt einem die Gitarren- und Schlagzeugwellen entgegen. "Empty Glass" ist dann für mich, neben "Brothers" der Höhepunkt der Platte und wenn Derek "Tell me about the old-days!" in die Leere schreit (live besonders intensiv) und der Song in Melancholie implodiert, wird einem das Talent und das großartige Songwriting der Band bewusst. Unglaublich! "No Kind Of Home" wieder etwas schneller und für die Band wieder eher unterdurchschnittlich. "White Knuckles" eröffnet melodiös und ist als schnellere Nummer ganz stark. "Cemetery Walls" gefällt mir, wenn es vielleicht auch der simpelste Song der Platte ist (neben "White Oak Doors"). "Quiet The Longing" zieht die Stimmung herunter und stirbt einfach ab, um dann in "At Peace" überzugehen und zumindest musikalisch wieder Sonnen an den Himmel zu malen. "White Oak Doors" ist das verstörende und simple Ende der Geschichte.
Es folgt der Sleepless Nights Teil der Platte und 4 Akustiknummern. Hier zeigen Defeater das sie alles können, wenn andere Bands sich an akustischen Stücken oder Balladen versuchen mangelt es oft am Songwriting oder einem Authentizitätsdefizit. Glaubhaft, stark und emotional warten 4 Nummern auf Radiostationen dieser Welt, Musik mit Inhalt auszusenden. "Brothers" macht mich fertig - mit einem lachenden und weinenden Auge trifft mich der Song ganz tief und kommuniziert mit Streichern und Piano mit meinen Innereien - unglaublich. Ich kann dieser CD nicht weniger als 9 Punkte geben, denn unterdurchschnittlich (bei einigen Songs) für Defeater ist bei der Welle an Veröffentlichungen im harten Genre immernoch weit über dem Gros! Bitte nicht aufhören und intelligente und authentische Musik in den Äther jagen - Danke!
(Wer die Chance hat, die Band live zu sehen, weiß das die übergreifende Emotionen härter treffen - als Bollos feet-first an Köpfe der Zuschauer hüpfen können.)





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