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MANIFESTATION - BURDEN OF MANKIND

Eintragen am: 23.05.2010

Als Bewohner des kleinen Saarlandes hat man es nicht leicht - da wird man schon mal leicht übersehen. So erleben es die Jungs von Manifestation ebenso, wenn sie sagen, dass man es als Hardcore-Band aus dem Land des Oskar Lafontaine doppelt schwer hat, Anerkennung und die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Mitte der 90'er Jahre gegründet, gab es nach anfänglichen Schwierigkeiten ab den 2000'ern dann die ersten Releases der Klassenkämpfer und angekommen im Jahr 2010, dann auch das mittlerweile zweite Album mit Namen "Burden Of Mankind". Zu Hören gibt es dabei ehrlichen Hardcore, der ohne großen Schnickschnack auskommt.

Keine drei Sekunden vergehen, und der erste Song "The Spark" knallt munter drauf los und schießt im Höchsttempo in Richtung einiger groovender Parts sowie einem recht ansehnlichen Moshfinale. Im Großen und Ganzen spiegelt jene Beschreibung auch schon das musikalische Grundkonzept der Band wider, welche außerdem noch ein paar 2Step-Parts parat hat sowie gerne auf Crew-Vocals zurückgreift. Letztere sind dabei manchmal recht innovativ genutzt worden, was gerade auf "Maintain Course" schön zu vernehmen ist, jedoch stellt sich über die gesamte Spielzeit eine gewisse Langeweile hinsichtlich der Crew-Shouts ein, da jenes Stilmittel einfach zu viel eingesetzt wird. Die Arbeit an den 6-Saitern fällt - genretypisch - recht mau aus, auch wenn es hin und wieder mal ein paar melodische Riffs in die Songs schaffen, die beinahe als Punk-Anleihen gelten können. Ansonsten gibt es auch Metall-Einflüsse zu bestaunen, die aber, genau wie einige klägliche Versuche, Gitarrensolos in den Sound zu packen, nicht der Rede wert sind. Vorbilder sind ganz klar die 90'er, New York, Bands wie Terror aber ganz klar auch Final Prayer, mit denen man die meisten Parallelen aufweist. Schnell, brutal, angepisst und wütend, straight, ehrlich und bodenständig - alles Merkmale die auf den Sound und die Attitüde der Band zutreffen. Kein Tough-Guy-Mist, aber auch keine Momente der Schwäche: leicht aufgesetzt wirkend bläst man zum Angriff auf die verlogene Gesellschaft, dumme Faschos, ausbeutende Kapitalisten und falsche Freunde. Thematisch also ohne jeglicher Überraschung, kann man lyrisch ein wenig den Durchschnitt toppen, was nicht heißen soll, dass schon tausendfach gehörte Textpassagen wie "this is my vendetta on your society, my revenge" ausbleiben. So richtig positiv hervorzuheben ist eigentlich nur die Produktion der Platte, die sehr gut abgemischt ist, ordentlich basslastig ist und insgesamt einen runden, beinahe organisch-vollen Sound hat. Da wurde starke Arbeit geleistet, die den Hörgenuss deutlich im positiven Sinne beeinflusst.

Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass die Platte einfach zu wenig Neues bietet und qualitätstechnisch hinter vielen Genre-Größen zurückbleibt. "Burden Of Mankind" ist ein schwächeres "Right Here, Right Now", auch wenn es bei Weitem keine Platte ist, die Genre-Freunde enttäuscht. Genau jene sollten hier auch mal einen Blick reinwerfen, der Rest checkt lieber vorher die Homepage.

 

Pro
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Kontra
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Wertung: 5 / 10 Punkte
Kingpin
Autor: KingpinRegistriert: 28.05.2004 - Verfasste Artikel: 347 - Forenposts: 757 - Alle Artikel anzeigen
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Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 33:01 min

Label: Demons Run Amok Entertainment www.demonsrunamok.de

Band: www.myspace.com

Tracklist:

01. The Spark
02. Maintain Course
03. My Vendetta
04. Leave Me Alone
05. Fate
06. Misanthropic
07. This Is For Us
08. Due To Friendship
09. Buden/redemption
10. Catch22
11. No Impact Felt
12. Watered Down
13. Get To The Bottm

Discografie:

2010 - Burden Of Mankind Lp
2005 - F.t.w. 10"
2003 - Religious Madness Lp