Reviews

RINGWORM - SCARS

Eintragen am: 18.07.2011

Clevo-Hardcore ist ein Phänomen. Das war es schon immer, und das wird es auch immer bleiben. Mit einer Vielzahl an äußerst einflussreichen Bands und einer geheimnisumwitterten Aura übt der Sound der Stadt seit mehr als 20 Jahren eine beispiellose Faszination auf die HC-Kids dieser Welt aus. Sicherlich sind die Zeiten vorbei, in denen „Holy Terror“ in aller Munde war und die Songs von Integrity und Ringworm als Blaupause für ganze Szenen dienten (man denke nur an H-8000 aus Belgien). Trotzdem sind die Initiatoren des Charles-Manson-Hardcores, allen voran Dwid Hellion und Human Furnace, mit wechselnden Besetzungen alle paar Jahre wieder für ein Hammeralbum gut.

Sechs Jahre nach dem letzten von mir für gut befundenen Ringworm-Album bringt Victory Records mit „Scars“ nun wieder zehn Mal Clevo-Madness in Reinkultur unter die Leute. Musikalisch gibt es wenig zu meckern: Auf hohem Niveau wird hier rücksichtsloser Thrash-Metal-Hardcore mit fieser Düsteratmo, Ultra-Aggrofaktor und gnadenlosem Slayer-Worshipping zelebriert. Mal schleppend moshig, mal wild galoppierend bannen sich die Stücke unaufhaltsam ihren Weg und hinterlassen nichts als verbrannte Erde. Abwechslung' Fehlanzeige! Wer Clevo-Style-Hardcore mag, kommt auch 2011 nicht an Ringworm vorbei.

Das Coverartwork ist von Mr. Bannon höchstpersönlich spendiert worden und sieht leider auch genauso aus wie der tausendste Jane-Doe-Abklatsch. Ich plädiere ja schon seit Jahren dafür, dass sich Jacob mal neue Inspirationsquellen suchen möge, aber auf mich hört ja keiner … Die Texte lagen mal wieder nicht vor, sodass ich diesbezüglich nichts sagen kann, obwohl der lyrische Output beim Stichwort „Cleveland-HC“ eine nicht ganz uninteressante Sache ist. Nicht, dass ich außer mystischem Weltuntergangsquatsch, wortgewaltigen Hasstiraden und abgegriffenen Metalklischees irgendetwas Weltbewegendes von Ringworm erwarten würde, aber wie bekannt sein dürfte, rekrutiert sich die Truppe aus einer Szene, die in der Vergangenheit nicht gerade durch ihre progressiven politischen Ansichten aufgefallen ist und darüber hinaus immer wieder Skandaltruppen wie One Life Crew, Pitboss 2000 etc. pp. hervorbringt.

Fazit: Sicherlich vermag das vorliegende Album nicht das, was „The Promise“ zu seiner Zeit vermochte, aber andererseits erwartet das auch niemand von einer Band, die mit ihrem Erstlingswerk ein Genre mitbegründet hat. Was man von einer Band mit einem Status wie Ringworm erwartet, ist, dass sie ihren Stiefel durchzieht und weiterhin geil abliefert. In diesem Sinne ist „Scars“ auch ein Erfolg auf ganzer Linie. Holy Terror Forever!

 

Pro
-
Kontra
-
Wertung: 7 / 10 Punkte
xschmelzerx
Autor: xschmelzerxRegistriert: 19.11.2010 - Verfasste Artikel: 70 - Forenposts: 63 - Alle Artikel anzeigen
1.052x gelesen

Allgemeine Informationen

Veröffentlichung: keine Angabe

Spielzeit: 35:00 min

Label: Victory Records www.victoryrecords.com

Band: www.ringworm13.com

Tracklist:

01. To The Grave
02. Voluntary Human Extinction
03. Used Up Spit Out
04. Scars
05. Unravel
06. Cleansing Of The Fall
07. Burning Bridges
08. Angel Fuck
09. Empty
10. Hellbound

Discografie:

1991 - Self-titled Demo (self Released)
1993 - The Promise (incision Records)
2001 - Birth Is Pain (victory Records)
2005 - Justice Replaced By Revenge (victory Records)
2007 - The Venomous Grand Design (victory Records)
2011 - Scars (victory Records)